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K

    Mose

Mose am Dornbusch (2. Mose 3)

Eine neue Erfahrung mit Gott machen – sich einer schwierigen Aufgabe stellen

 

Vorüberlegungen

Aus dem großen Zusammenhang der Mosegeschichten, der von Moses Geburt bis zum Ende der Wüstenwanderung hin reicht, wird hier nur der Abschnitt von Moses Berufung herausgegriffen. Aus der Vielfalt der theologischen Aspekte, die der Bibeltext enthält, werden nur die folgenden in den Erzählvorschlag aufgenommen:

-         Mose ist die herausragende alttestamentliche Mittlergestalt zwischen Gott und seinem Volk. Gott teilt sich Mose ganz unmittelbar mit, Mose erzählt seinem Volk davon bzw. handelt entsprechend. In der Berufungsgeschichte kommt das in besonderer Weise zum Ausdruck. Mose begegnet Gott und wird in sein Amt eingesetzt. Von besonderen Qualifikationen ist dabei nicht die Rede.

-         Gott zeigt sich im Feuer – in diesem Symbol kann sich die Wirkkraft Gottes und seine Präsenz gut mit seiner Unanschaulichkeit und Transzendenz verbinden. Auch später sind Feuer und Rauch die begleitenden Zeichen des Erscheinens Gottes.

-         Was Gott in seinem Namen zu erkennen gibt („Ich bin“), ist seine Kontinuität in der Zeit, seine Verlässlichkeit. Die Zusage der Begleitung erinnert an die Erfahrungen von Abraham und Sara, Isaak und Jakob mit Gott.

Kinder haben große Erwartungen an Gott. Sie sind meist mit Vorstellungen von Gottes Macht und Allmacht verbunden. Diese Bilder sollen sich weiterentwickeln können zu Vorstellungen von Gottes mittelbarem Wirken in und durch Menschen. Dazu kann diese Geschichte viel beitragen. Kleine Kinder veranschaulichen ihre Beziehung zu Gott gerne in konkreten anthropologischen Vorstellungen. Die werden hier nicht zurückgewiesen, sondern in dem Symbol des Lichts und Feuers transzendiert. Mit diesem Symbol kann das Suchen nach angemessenen Vorstellungen von Gott weitergehen. In ihren Bildern von Gott transportieren Kinder ihre Eindrücke von ihm. Das sollen vor allem die Erfahrungen des begleitenden, Vertrauen stiftenden, zur Selbständigkeit ermutigenden Gottes sein. Genau das wird auch in dieser Geschichte bestärkt. Die Kinder können den Mut machenden Gott, der ihnen wahrscheinlich schon in anderen Geschichten begegnete, auch hier wieder erkennen.

Lernziele

-         entdecken, dass Gottes Stärke und Kraft durch Menschen zum Wirken kommt, die in seinem Auftrag handeln

-         das Symbol des Feuers als einen Vorstellungsraum entdecken, in dem sich Bilder von Gott weiterentwickeln können

-         sich bewusst machen, dass Gottes Versprechen der Begleitung eine wichtige Basis unserer Beziehung zu Gott ist

-         sich bewusst machen, dass Gott Menschen mit Gaben und Fähigkeiten ausstattet, die sie zur Erfüllung ihrer Aufgaben brauchen          

Erzählanregung

1.      Szene: Am Abend vor dem Zelt

Nachdem die Szenerie skizziert ist, wird über den Dialog von Mose und Zippora der Anschluss an die Vorgeschichte hergestellt, nämlich an die Gefangenschaft Israels in Ägypten. Gleichzeitig werden die Vorstellungen von Gott und Erwartungen an ihn thematisiert, in denen sich wohl kleinere Kinder selbst gut wiederfinden können: dass Gott groß und stark ist, alles kann, allmächtig ist und natürlich seine Macht für diejenigen einsetzt, die sich ihm verbunden fühlen. Die Geschichte setzt im weiteren Verlauf dann mancherlei Impulse, die über solche Vorstellungen von Gott hinausführen. Mit ihr sollen die Kinder Anregungen bekommen, ihre Gottesbilder weiterzuentwickeln. Um Gottes Größe und Stärke geht es auch weiterhin, auch immer wieder durch sein unmittelbares, wunderhaftes Eingreifen aber die begleitende Nähe Gottes und sein Wirken durch Menschen sind die Richtung, in die sich die Vorstellungen von Gott verändern sollten.

Es ist Abend. Die Tiere sind versorgt, der Platz vor dem Zelt wird aufgeräumt für die Nacht. Im Pferch hört man die Schafe blöken. Mose und seine Frau Zippora sitzen vor ihrem Zelt und genießen die aufkommende Kühle. „Uns geht es hier gut“, meint Mose nach einer Weile, „aber wenn ich Zeit zum Nachdenken habe, dann wandern meine Gedanken so oft zu meinen Landsleuten nach Ägypten.“ – „Du hast mir schon so viel von ihnen erzählt, und wie sie für die Ägypter schuften müssen“, meint Zippora. „Ob das unsere Vorfahren jemals geahnt haben, dass ihre Nachkommen einmal als Sklaven Steine schleppen und Lehmziegel brennen müssen für die Pyramiden des Pharao in Ägypten?“ sinniert Mose. „Du hast mir doch schon so viel von eurem Gott erzählt, Mose“, fährt Zippora fort, „der deine Vorfahren beschützt und begleitet hat. Der müsste doch endlich eingreifen und dein Volk befreien! Dreinfahren müsste er“, ereifert sich sie sich, „und dem Pharao zeigen, wer der Stärkere ist! Als der einzige Gott hat er doch die Macht dazu! Ich stelle mir Gott groß und stark vor, der könnte das doch tun!“ – „Ich habe mir auch schon so oft überlegt“, fährt Mose fort, „wie Gott unser Volk retten könnte. Aber ich kann es mir einfach nicht vorstellen! Wir können Gott nur darum bitten, dass er es tut!“ – „Wenn er wirklich Gott ist, muss er es tun“, sagt Zippora mit fester Stimme. Inzwischen ist es Zeit zur Nachtruhe. „Morgen früh muss ich bald los“, meint Mose noch, „ich muss weit in die Wüste hinein, und es wird bestimmt Abend werden, bis ich zurückkomme!“

2.      Szene: Mose kommt zurück

Die Erzählung bleibt bei Zippora. Sie ist die Zuhörende wie es die Kinder auch sind und kann so zugleich ihre begleitenden Gedanken und Assoziationen einbringen. Zunächst wird erst einmal die Neugier geweckt. Dabei kommen noch einmal Erwartungen an Gott zur Sprache. Denn mit den Erwartungen an Gottes Stärke konnten auch die von den Kindern häufig benannten konkreten anthropologischen Vorstellungen von Gottes Körper thematisiert werden, die dann mit dem Symbol des Feuers Anregungen zur Weiterentwicklung erhalten.

Als es wieder Abend ist, hält Zippora Ausschau nach Mose. Da sieht sie ihn schon kommen, zuerst als kleinen Punkt, der dann immer größer wird. Endlich ist er da. Sie begrüßen einander und dann erzählt Mose gleich: „Stell dir vor, Zippora, ich habe etwas Großartiges erlebt!“ – „Was denn“, fragt sie nach. „Ich bin Gott begegnet!“ Zuerst ist Zippora sprachlos vor Überraschung, dann sagt sie: "Du hast Gott ge­sehen?" Jetzt regt sich ihre Neugierde. "Erzähl schon", drängt sie. "Ich möchte schon lange wis­sen, wie Gott aussieht! Ist er groß und stark? Woran sieht man, dass Gott mächtig ist? Ist er größer als ein Mensch?" Und hat Gott gesagt, wie er dein Volk befreien wird?“ Aber Mose schüttelt den Kopf. "Es war ganz anders, als du denkst!" - "Erzähl schon", sagt Zippora noch einmal ungeduldig. Und Mose fängt an.

3. Szene

Dann erzählt Mose im Rückblick. Von den verschiedenen Erklärungsversuchen des brennenden Dornbuschs (von Luftspiegelungen bis zu ätherischen Ölen des Strauchs) wird keine direkt aufgenommen. Das eigenartige Phänomen soll zwar verständlich gemacht werden, um dem Realitätssinn der Kinder zu entsprechen, aber gerade nicht eine Erklärung erfahren. Das Geheimnis soll vielmehr stehen bleiben. Ihm kann man sich nur annähern. Das Geschehen soll so gewissermaßen durchsichtig werden auf die Jenseitigkeit Gottes hin. Erste behutsame Spuren sollen gelegt werden zum symbolischen Verständnis des Feuers.

"Es war mitten in der Sonnenhitze. Weißt du, wenn die Luft flimmert und man kaum die Augen aufmachen kann, weil die Helligkeit so blendet." - "Das kenne ich", wirft Zippora ein. "Da sah ich unten am großen Berg, zu dem die Leute auch Gottesberg sagen, etwas aufleuchten. Es kam mir vor wie ein Feuerschein. Es war ein ganz eigenartiges Leuchten. Das wollte ich mir natürlich genauer ansehen. Ich ging darauf zu und erkannte einen Dornbusch. Und mitten um ihn herum dieses helle Licht, das wie Flammen loderte und nicht aufhörte zu brennen. Ich ging immer näher heran. Und dann hörte ich auf einmal in mir ganz deutlich meinen Namen: 'Mose'! Und ich antwortete: 'Ja, da bin ich!' Und die Stimme sprach weiter: 'Mose, bleib stehen und ziehe deine Schuhe aus. Du stehst auf heiligem Boden'“.- "Und du hast genau hingesehen, um etwas von Gott zu erkennen?" fragt Zippora.

4. Szene

Mit dem Verdecken der Augen wird das Fragen, wie denn Gott wirklich aussieht, abgebrochen. Der Enttäuschung der Zippora mag entsprechen, wenn Kinder die Erwachsenen fragen, wie Gott denn aussieht, und die ihnen ehrlich zugestehen, dass sie das auch nicht wissen. Damit aber ist der Weg frei für die anderen und weiterführenden Erfahrungen mit Gott: Gott wird sich als der verlässliche, helfende, rettende Gott erweisen. Damit kommt auch die zweite Neuausrichtung ins Spiel, nämlich dass Gott mittelbar durch Menschen wirkt. Indem Gott Mose zu der großen Aufgabe beruft, fühlen sich die Kinder auch in ihrem „Werksinn“ (Erikson) angesprochen. Sie möchten auch gerne Großes leisten und identifizieren sich gerne mit Personen, denen solches gelingt. Und sie nehmen dabei die Botschaft des Glaubens auf, dass Gott jedem Menschen besondere Gaben und Kräfte gibt und ihnen Gelingen schenken will – all den gegenteiligen Erfahrungen von Leistungszwang und Misslingen zum Trotz, die eher die Minderwertigkeitsgefühle stärken.
A
m Schluss steht Zipporas Einverständnis zu diesem Weg neuer Erfahrungen mit Gott. Genauso gut könnte dies noch offen bleiben und die Geschichte mit einem inneren Ringen der Zippora zwischen den alten und den neuen Vorstellungen von Gott enden.

"Nein, ich habe das Gegenteil getan", antwortet Mose. "Das helle Licht schmerzte in meinen Au­gen, und ich wusste in diesem Moment: Wenn Gott in diesem Licht ist, dann ist es noch heller als alles Licht, das ich bisher gesehen habe. Und ich habe mir meine Jacke über das Gesicht gezogen." Zippora ist enttäuscht. "Dann hast du außer diesem Licht ja gar nichts von Gott gesehen!" - "Nein", antwortet Mose, "wie Gott wirklich aussieht, das kann ich dir nicht sagen.“ – „Aber hat Gott wenigstens gesagt, wann er dein Volk retten wird?“ fragt Zippora weiter. „Ja“, sagt Mose, aber ganz anders, als wir es uns bisher gedacht haben!“ – „Wie denn?“ fragt Zippora wieder neugierig. „Gott hat mir eine wichtige Botschaft mitgegeben. Er hat so gesprochen: Ich habe die Not meines Volkes in der Ge­fangenschaft bei den Ägyptern gesehen, und ich will es daraus befreien. Und du, Mose, sollst der Mensch sein, der mein Volk aus der Gefangenschaft führen wird! Geh zum Pharao und befehle in meinem Auftrag, dass er mein Volk in die Freiheit ziehen lassen soll!" - "Du?" fragt Zippora ver­wundert, "kannst du denn das?" - "Das habe ich auch gefragt", antwortet Mose, "ich habe zu Gott gesagt: Ich kann doch nicht gut reden. Und vor dem Pharao schon gleich gar nicht! Aber Gott sprach zu mir: 'Fürchte dich nicht, ich bin bei dir, ich gebe dir alle Fähigkeiten, die du brauchst! Nimm deinen Bruder Aaron mit, dann könnt ihr gut reden!" Zippora hört nachdenklich zu und meint dann zu Mose: "Dann will also Gott dein Volk retten, indem er dich schickt! Und er greift ein, indem er dich stark macht! An so etwas habe ich bisher noch gar nicht gedacht.“ Eine Weile sagen die beiden gar nichts. Aber dann meint Zippora: „Ich lasse dich nicht gerne nach Ägypten gehen. Aber ich glaube, es muss sein. Und ich glaube auch, dass du Großartiges erleben wirst! Dass Gott den Volk retten wir, das ist wunderbar. Darauf freue ich mich!"

 Gesprächsimpulse

-         Tragt zusammen, was ihr darüber wisst, wie es den Israeliten in Ägypten ergangen ist!

-         Schon vor seinem großen Erlebnis hat Mose mit Zippora viel über Gott nachgedacht. Erinnert euch das an eure eigenen Gedanken, Bilder und Vorstellungen von Gott? Erzählt davon!

-         Im Feuer kann manches von dem zum Ausdruck kommen, was zu Gott passt. Was meint ihr dazu?

-         Zunächst hat sich Mose gegen Gottes Auftrag gesträubt, aber dann war er einverstanden. Überlegt, was ihn in seinem Gespräch mit Gott wohl dazu gebracht hat!

-         Am Ende dieses Tages ist in Moses und Zipporas Vorstellungen von Gott manches anders gewesen als vorher. Was meint ihr dazu?

-         Mit welchen Gedanken hat sich wohl Mose auf den Weg gemacht? Mit welchen Gedanken hat Zippora wohl Mose von zu Hause aus begleitet?

 

Anregungen für die Freiarbeit

l Menschen haben verschiedene Vorstellungen von Gott. Sie sagen: „Gott ist für mich wie....“ Du kannst solche Vorstellungen aufschreiben oder malen.

l „Licht ist dein Kleid, das du anhast“ (Psalm 104,2). Lass dich von diesem Psalmwort zu einem Bild von Gott anregen!

l „Gott muss endlich machtvoll eingreifen!“ So haben viele Israeliten zur Zeit Moses gedacht. Spielt ein Gespräch am Abend vor den Häusern! Und dann kommt Mose dazu und erzählt von seinem Auftrag. Das Gespräch nimmt jetzt eine ganz neue Wendung. Spielt die Szene weiter!

l „Ich bin da! Ich gehe mit dir mit! So hat es Gott dem Mose am Dornbusch versprochen. Du kannst mit Farben oder Klängen ausdrücken, wie diese Worte in Mose wirken, wenn er sich auf den Weg zu Pharao macht.

l Mose trifft auf dem Weg zum Pharao einen Landsmann. Der ist gar nicht überzeugt von dem, was Mose tun will. Die beiden diskutieren heftig miteinander. Spielt das Gespräch!

l „Erleuchtende Gedanken –  zündende Gedanken“: Gestalte eine Collage mit farbigen Papieren, die du beschriften kannst. In ihr soll zum Ausdruck kommen, wie Mose am brennenden Dornbusch ein „Licht aufgeht“. Er weiß jetzt mehr über Gottes Wirken.

l Zippora möchte Mose ein Reisesäcklein mitgeben. Dinge, die ihm Mut machen, sollen dort gesammelt sein. Du kannst solch ein Säckchen für Mose packen.

l „Ich bin, der ich bin. Ich war, der ich war. Ich werde sein, der ich sein werde!“ Mit so eigenartigen Namen stellt sich Gott dem Mose vor. Was er wohl damit zum Ausdruck bringen möchte? Sprecht in eurer Gruppe darüber und überlegt, wie ihr die Ergebnisse eures Gesprächs in der Klasse vorstellen könnt!

l „Mose, du ich find dich.....“ Schreibe Mose einen Brief, in dem du ihm sagst, was du von ihm hältst!

l „Ich bin da“ – ein treffender Name für Gott. Du kannst diesen Namen (z.B. mit Farben oder schöner Schrift oder...) so gestalten, dass zum Ausdruck kommt, was dieser Name für uns Menschen bedeuten kann.

l „Gott – Licht im Leben“: Du kannst dazu mit Farben ein großes, hellleuchtendes Plakat gestalten. 

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© 2017 Frieder Harz