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Aktuelles:

Reformatorengespräch

 Zum Reformationsfest ein Reformatorengespräch 

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Mutige Frauen der Reformation

 Ein Vortrag zur Bedeutung der Frauen im Reformationsgeschehen

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Theologisch-religionspädagogische Stichworte

 Neu: Beginn einer Serie mit Kurzartikeln zu wichtigen Stichworten für die religionspädagogische Theorie und Praxis in den Kitas   Neu im Mai:  'Gottesbilder' Neu im Juli:   'Gebet'    mit vielen Anregungen und Beispielen zu Gebeten in der Kita

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Erzählung des Monats Oktober

Jeden Monat wird eine von mir verfasste biblische Nacherzählung  bzw. eine Erzählung zu wichtigen Gestalten bzw. Themen des christlichen Glaubens vorgestellt. Biblische Erzählungen finden Sie auch in der "Suchhilfe Bibelgeschichten"  

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Erzählungen zum Reformationsjahr

 In den Geschichten des Monats besonderer Akzent beim Reformationsgeschehen

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K

    Aufgaben der Elternbildung

4. Aufgaben der Elternbildung 

Familienzentren nehmen stärker, als es bisher wohl geschah, die Eltern in den Blick. Besondere Herausforderungen und Chancen ergaben sich da bei der religiösen Elternbildung. Welche Einstellungen zur religiösen Erziehung der Kinder lassen sich bei jungen Eltern beobachten? Die Eindrücke sind gegensätzlich. Auf der einen Seite die Eltern, die bei dem von Kindern mitgestalteten Gottesdienst ihre Sprösslinge vor der Kirche absetzen und mit der Bemerkung „Ruft an, wenn ich euch wieder abholen soll“ verschwinden. Wie sollte das anders als Desinteresse an kirchlichen Veranstaltungen mit Kindern verstanden werden? Aber es gibt auch andere Signale: Aus der von der Zeitschrift Chrismon im März 2005 vorgestellten Umfrage „Sollen Eltern ihren Kindern ihren Glauben nahe bringen?“ geht hervor, dass sich die meisten eine religiöse Erziehung ihrer Kinder wünschen. Nur 2% waren der Meinung, man solle Kinder vom Glauben fernhalten. Etliche sehen es als ausreichend an, Kinder über religiöse Zusammenhänge zu informieren, und knapp 20% weisen die Aufgabe der religiösen Erziehung Kindergarten und Schule zu. Vermutlich ist das ein Signal dafür, dass sie selbst mit der religiösen Erziehung überfordert sind. Wie passen alle diese Beobachtungen und Befunde zusammen? Dazu kann die Unterscheidung zwischen Familienfrömmigkeit und Kirchenreligiosität weiterhelfen.

Mit Familienreligiosität ist das ist teilweise über viele Generationen Überlieferte gemeint, das sich v.a. an Brauchtum und Ritualen festmacht: die Advents- und Weihnachtszeit in der Familie; die Art und Weise, Geburtstage zu feiern, auch das tägliche Gute-Nacht-Ritual. Dazu kommen auch kirchliche Segenshandlungen wie Taufe und Konfirmation, die als Familienfeste gefeiert werden. Da können und wollen die Eltern ihren Kindern viel mitgeben. Sie greifen auf Erinnerungen an eigene Familientraditionen zurück. Mit ihnen verbindet sich das Gespür dafür, dass an Übergängen, z.B. vom Tag in die Nacht, an Höhepunkten des Jahres, an Wendestellen im Lebenslauf, ausdrucksstarke Zeichen und Rituale gut tun. Denn sie tragen die Botschaft in sich, in dieser Welt gut aufgehoben und begleitet zu sein. Zur Familienreligiosität gehört etwa auch das Festhalten an den Zehn Geboten als moralische Grundlage für das Zusammenleben. Kirchliche Traditionen erscheinen demgegenüber vielfach als eine andere Welt: eine mit vielen, oft schwer verständlichen Details über den Glauben, mit Wissensinhalten über dessen Herkunft, mit gottesdienstlichen Vollzügen, die vielen fremd bzw. fremd geworden sind.

Gibt es einen gemeinsamen Nenner von beidem? Das könnte doch der Wunsch nach Geborgenheit in dieser Welt sein, der in den Familientraditionen lebt und auch in kirchlichen Überlieferungen zur Sprache kommt: als Zuspruch und als Segensworte, als Orientierung für das eigene Tun, als Bewusstmachen tragender Werte, für die es sich zu engagieren gilt. Anknüpfungen bei dem, was Eltern selbst von ihren eigenen Erfahrungen her mitbringen und was sie für ihre Kinder suchen, kann sich so verbinden mit Deutungsangeboten des christlichen Glaubens, die gut zu dem in den Familien Tradierten und Erwünschten passen. Das schließt Impulse zum Weiterdenken genauso ein wie auch Selbständigkeit und Distanz der Eltern gegenüber kirchlicher Praxis. Manche eigene Erinnerungen an den Kinderglauben, manches Unverständnis gegenüber als weltfremd Empfundenem soll zu Wort kommen können. Es gilt beim Reichtum der in den Familien bewusst wie unbewusst praktizierten Ritualen und Haltungen anzusetzen und Überlieferungen des christlichen Glaubens anzubieten, die gut nachvollziehbar sind und zu deuten vermögen, was Eltern als wichtig erscheint. Es gilt Eltern zu stärken in ihrer Selbständigkeit, in der sie auf solche Passgenauigkeit achten. Es gilt sie auch in ihren Entscheidungen zu respektieren, das Einführen in die deutende Sprache des christlichen Glaubens den kirchlichen Angeboten in evangelischen Familienzentren zu überlassen, auch wenn sie nicht bereit sind, sich mit ihrem eigenen Glauben auseinander zu setzen bzw. sich auf die Suche danach einzulassen, wenn sie eigentlich nur nach dem fragen, was für ihre Kinder gut und hilfreich ist und ihnen eine gute Lebensperspektive gibt.

- Was Eltern ihren Kindern wünschen und inwiefern religiöse Erziehung darauf antworten kann

- Mit religiöser Vielfalt umgeben

- Religion mitten im Alltag

 

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