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Aktuelles:

Mutige Frauen der Reformation

 Ein Vortrag zur Bedeutung der Frauen im Reformationsgeschehen

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Theologisch-religionspädagogische Stichworte

 Neu: Beginn einer Serie mit Kurzartikeln zu wichtigen Stichworten für die religionspädagogische Theorie und Praxis in den Kitas   Neu im Mai:  'Gottesbilder' Neu im Juli:   'Gebet'    mit vielen Anregungen und Beispielen zu Gebeten in der Kita

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Erzählung des Monats Juni

Jeden Monat wird eine von mir verfasste biblische Nacherzählung  bzw. eine Erzählung zu wichtigen Gestalten bzw. Themen des christlichen Glaubens vorgestellt. Biblische Erzählungen finden Sie auch in der "Suchhilfe Bibelgeschichten"  

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Erzählungen zum Reformationsjahr

 In den Geschichten des Monats besonderer Akzent beim Reformationsgeschehen

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Suchhilfe Bibelgeschichten (Altes und Neues Testament)

70 Geschichten der Bibel für das eigene Erzählen erschlossen

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K

    Erzählanregung

1. Mose 27: Jakob und Esau – Der Lügenplan geht nicht auf

Seit Tagen schon hat Jakob nur eins im Kopf, nämlich dass der alte Vater in nur wenigen Tagen das Erbe der ganzen Familie an seinen ältesten Sohn übergeben wird. Und das ist Esau, der Bruder – und nicht er selbst. Was Jakob am meisten ärgert, ist, dass Esau eigent-lich gar nicht ein älterer Bruder ist. Beide sind Zwillinge, und der Unterschied ist nur, dass Esau zuerst auf die Welt gekommen ist. Jakob hat zu Esau gesagt: „Weil du nur ein klitze-kleines bisschen älter bist als ich, bist du deshalb noch lange kein älterer Bruder!“ Aber Esau hat geantwortet: „Du wirst es ja sehen, dass der Vater bald mir das Erbe übergeben wird!“ Jakob will das einfach nicht einsehen und er denkt immer nur daran, ob er das nicht verhindern kann. Er weiß ganz genau: Wenn der Vater dem Esau das Erbe und den Segen Gottes übergeben hat, dann kann er nichts mehr machen. Und so grübelt er vor sich hin und sucht einen Ausweg. „Ich will nicht, dass Esau erbt“, murmelt er in sich hinein, „aber nur einer bekommt das Erbe. Also muss ich den Vater dazu bringen, dass ich es bekomme!“ Und er sucht nach einem Plan, wie er den Vater und damit auch Esau überlisten kann.

Da hat er plötzlich eine Idee. Ja, so könnte es gehen. Seit der Vater fast blind ist, fragt er immer zuerst: bist du Jakob oder Esau? Und so übt Jakob, Esaus Stimme nachzumachen: „Ich bin Esau, Vater, dein ältester Sohn“. Jakob muss lachen, weil es so gut geht. Aber Ja-kob denkt weiter: Esaus Hände und Arme sind dicht behaart, viel mehr als bei ihm selbst. Wenn Vater ihn dann beim Arm nimmt, könnte er das merken. Aber auch da hat Jakob eine gute Idee. Er sucht solange, bis er ein Tierfell findet, das sich genauso anfühlt wie Esaus Arme, die er ja gut kennt. Und wie geht es weiter? denkt er. Er ist ganz besessen von der Idee, den Vater zu belügen, um das Erbe zu bekommen. Es ist ein feierlicher Augenblick, wenn der Vater seinen Ältesten segnet. Dazu muss der Sohn erst einen guten Braten herrichten. Also denkt er sich eine Ausrede aus, damit ihm die Mutter den Braten zubereitet. Jakob ist zufrieden. Weiter denkt er nicht mehr – nur bis zu dem Augenblick, in dem der Vater ihn segnen und ihm das Erbe übergeben wird. – Hoffentlich klappt alles nach Plan!

Und dann ist es soweit. Alles läuft so, wie es sich Jakob ausgedacht hat. Esau ist fortgegan-gen, um ein Tier für den Braten zu holen. Den hat Jakob schon mit Mutters Hilfe hergerich-tet und geht damit zum Vater. Der ist zunächst noch misstrauisch, ob es wirklich Esau ist, der vor ihm steht, glaubt es aber dann doch. Jakob muss vor Aufregung den Atem anhalten, als der Vater Isaak ihn segnet. So weit hat Jakob sich alles überlegt. Die Geschichte ist gut ausgegangen, denkt er erleichtert.

Aber dann geht es anders weiter: Esau kommt nach Hause, erfährt, was geschehen ist, und ist furchtbar wütend auf Jakob. Er droht ihm mit Schlägen. Auch der Vater ist entsetzt und will Jakob nicht mehr bei sich haben. Und die Mutter meint: „Es ist besser, wenn du jetzt gehst. Nur dann wird es wieder Frieden bei uns geben!“ An so etwas hat Jakob über-haupt nicht gedacht. Er packt ein Bündel, verlässt traurig das Haus und zieht in ein anderes Land.

Die Jahre vergehen, aber Jakobs Heimweh vergeht nicht. Mit seiner Lüge hat er ja Erfolg gehabt – und trotzdem ist die Geschichte schlecht ausgegangen. Kann er sich jemals wieder nach Hause trauen? Der Vater ist jetzt wahrscheinlich schon tot, aber vor Esau hat Jakob immer noch Angst. Eines Tages fasst er sich ein Herz, nimmt alles, was er hat, und macht sich auf den Heimweg. Er ist fast schon am Ziel, da erkennt er seinen Bruder Esau. Zuerst erschrickt Jakob, aber dann geht er mutig auf ihn zu und sagt zu ihm: „Esau, verzeih mir bitte, dass ich den Vater belogen habe. Ich will alles wieder gut machen. Was ich inzwischen verdient habe, das soll alles dir gehören!“ Dann schaut er vorsichtig Esau ins Gesicht. Und der lächelt und antwortet ihm: „Jakob, ich verzeihe dir! Du bist doch mein Bruder! Es ist mir gut gegangen, seit du weggegangen bis. Aber ich habe mich in letzter Zeit immer mehr dar-auf gefreut, dich wiederzusehen. Verzeih du mir auch, dass ich so wütend auf dich war!“ – „Das tue ich gerne“, antwortet Jakob ganz erleichtert. Und dann ist es ihm, als ob ein Stein von seinem Herzen plumpst. So sehr freut er sich, dass diese dumme Lügengeschichte jetzt doch noch gut ausgegangen ist.

Gesprächsanregungen

- Als sich Jakob ausgedacht hat, wie er seinen Vater belügen könnte, da konnte er an nichts anderes mehr denken. Wie ist es,
   wenn man nur noch eine Idee im Kopf hat und an nichts anderes mehr denken kann?
- Jakob war von seiner Idee so überzeugt, dass er gar nicht mehr darüber nachdach-te, ob es richtig war, was er da vorhatte.
   Auf welche Gedanken hätte er denn besser achten sollen?
- Jakob hat nur bis zu dem Ziel gedacht, dass er vom Vater den Segen und das Erbe bekommt. Aber die Geschichte ging weiter.
   Kennt ihr das auch, dass man bei einer Lüge nicht daran denkt, wie es dann weitergeht?
- Stell dir vor, das Gewissen ist eine Stimme. Was hätte sie wohl zu Jakob gesagt? Und was hätte er vielleicht geantwortet?
- Ein Sprichwort sagt: Lügen haben kurze Beine. Aber Lügen können doch nicht laufen! Was ist dann wohl mit diesem Sprichwort
  gemeint?
 

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© 2017 Frieder Harz