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 Ein Vortrag zur Bedeutung der Frauen im Reformationsgeschehen

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Theologisch-religionspädagogische Stichworte

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Erzählungen des Monats August

Jeden Monat wird eine von mir verfasste biblische Nacherzählung  bzw. eine Erzählung zu wichtigen Gestalten bzw. Themen des christlichen Glaubens vorgestellt. Biblische Erzählungen finden Sie auch in der "Suchhilfe Bibelgeschichten"  

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Erzählungen zum Reformationsjahr

 In den Geschichten des Monats besonderer Akzent beim Reformationsgeschehen

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Suchhilfe Bibelgeschichten (Altes und Neues Testament)

70 Geschichten der Bibel für das eigene Erzählen erschlossen

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    Erzählvorschlag

Erzählvorschlag: Von früheren Freunden und Nachbarn enttäuscht (Markus 6,1-6) - Ablehnung in Nazareth

Heute ist Sabbat. So heißt dort, wo Susanna wohnt, der freie Tag in der Woche. Susanna wohnt in der Stadt Nazareth. Sie mag den Sabbat gern, denn an ihm darf niemand arbeiten. Deshalb haben auch die Erwachsenen viel mehr Zeit als sonst. Am Vormittag geht sie mit all den anderen ins Gebetshaus, die Synagoge. Dort wird gesungen und gebetet, aus der Bibel vorgelesen und gepredigt.

„Ob heute wieder ein Gast da ist?“ fragt Susanna den Vater. Sie hat auf dem Weg irgend so etwas gehört. Wenn Gäste in der Stadt sind, werden die nämlich eingeladen, im Gottesdienst aus den großen Schriftrollen vorzulesen und auch zu predigen. Das findet Susanna interessanter, als wenn immer nur der Gemeindevorsteher aus Nazareth die Ansprache hält.

Der Vater antwortet: „Ja, heute ist Jesus zu Besuch im Gottesdienst. Der ist in unse-rer Stadt aufgewachsen. Er ist jetzt ein Lehrer und wandert mit seinen Freunden von Ort zu Ort. Viele sagen, dass er ein sehr guter Lehrer ist, der viel Neues von Gott erzählt.“ Susanna ist jetzt neugierig auf diesen Jesus. Wenn sie ihn sieht, kann sie sich bestimmt daran erinnern, dass sie ihn auch früher in Nazareth gesehen hat.

In der Synagoge finden sie kaum Platz. Dicht gedrängt sitzen die Leute. Sie singen und beten, und dann ist es so weit. Jesus tritt vor zum großen Tisch, auf die der Ge-meindevorsteher schon eine der großen Schriftrollen ausgebreitet hat, und beginnt aus der Schrift des Propheten Jesaja vorzulesen. „Der Geist des Herrn ist auf mir, weil er mich gesalbt hat, zu verkündigen das Evangelium den Armen; er hat mich gesandt, zu predigen den Gefangenen, dass sie frei sein sollen, und den Blinden, dass sie sehen sollen, und den Zerschlagenen, dass sie frei und ledig sein sollen, zu verkündigen das Gnadenjahr des Herrn.“ Und dann berichtet Jesus von seinem Auf-trag, den Menschen von Gott zu erzählen, mit der Kraft und Weisheit, die Gott ihm geschenkt hat. „Der predigt viel lebendiger als die anderen“, flüstert Susanna der Mutter zu. „Ich glaube wirklich, dass der Jesus eine besondere Kraft von Gott hat“.

Nach dem Gottesdienst stehen die Leute noch in Grüppchen beieinander und reden über das, was sie gehört haben. „Es war schon sehr beeindruckend“, meint Nathanael, „und dass er aus unserer Stadt kommt, das ist doch schön für uns“. – „Ich weiß noch, wie er klein war“, fährt die alte Martha fort, „wie er mit den anderen Kindern gespielt hat. Da hätte doch niemand gedacht, dass er einmal berühmt wird“. Simon widerspricht ihr: „Wer sagt denn, dass er berühmt ist? Er ist einer von uns und ist nichts Besseres als wir. Wahrscheinlich bildet er es sich nur ein, dass er einen besonderen Auftrag von Gott hat. Ich weiß doch noch, wie er durch die Straßen gelaufen ist wie all die anderen Kinder auch. Warum soll er denn jetzt etwas Besonderes sein?“ Andere kommen hinzu und bekräftigen das: „Ja, genau. Der soll sich bloß nicht einbilden, dass er etwas Besseres ist als wir es sind!“ Susanna wundert sich. Haben die denn nicht richtig bei der Predigt zugehört? Warum können sie nicht glauben, dass aus dem kleinen Jesus von früher etwas Besonderes geworden ist?

Da kommt Jesus zu dem Grüppchen dazu: „Ich habe gehört, was ihr über mich denkt“, sagt er. Susanna spürt, dass Jesus enttäuscht ist, und so klingen auch seine Worte. „Ihr seht immer noch den kleinen Jesus in mir und könnt nicht verstehen, dass aus mir inzwischen etwas anderes geworden ist. Aber so war es ja schon immer. Der Gottesbote gilt nichts in seiner Heimatstadt. Darum gehe ich auch heute noch mit meinen Freunden weiter. Es hat keinen Sinn, hier zu bleiben. Aber dass ich eine große Aufgabe von Gott habe, davon könnt ihr mich nicht abhalten“.

Schade, dass er jetzt schon wieder geht, denkt sich Susanna. Wenn er einen besonderen Auftrag von Gott hat, könnte er uns doch noch viel Wichtiges sagen. Aber sie kann ganz gut verstehen, dass Jesus nicht länger in Nazareth bleiben will.

Gesprächsanregungen:

- Was meinst du, warum wohl so viele Leute in Nazareth nicht glauben konnten, dass Jesus einen besonderen Auftrag von Gott
    hat?
- Was hat sich Jesus wohl von denen erwartet, die er von früher her kannte?
- „Ach, der ist ja bloß beleidigt“, haben hinterher einige gesagt. Was meinst du, ist der Unterschied zwischen beleidigt Sein und
     enttäuscht Sein?
- Wenn du Jesus ganz zum Schluss noch auf dem Weg getroffen hättest, was hättest du ihm noch gesagt?
- Und was meinst du, was Jesus geantwortet hätte?
- Hättest du von Jesus erwartet, dass er auch enttäuscht sein kann?
 

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© 2017 Frieder Harz