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K

    November 2013

 Geheimzeichen Fisch

Ziele:
• das Erkennungszeichen der frühen Christen zur Zeit der Christenverfolgung kennenlernen
• sich bewusst machen, wie wichtig in dieser Situation das sich Verstehen ohne Worte war
• Kenntnisse zur Christentumsgeschichte
• Verständnis für die Bedeutung von Zeichen und Symbolen


In der Zeit der Christenverfolgungen in den ersten Jahrhunderten n. Chr. wurde das Zeichen des Fischs das Geheimzeichen der Christen, mit dem sie sich untereinander zu erkennen geben konnten. Die Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch = ICHTHYS sind die Anfangsbuchstaben von Worten, die ein elementares Glaubensbekenntnis formulieren: I (= Jesus) CH (= Christus) TH (= Theos = Gott(es) Y (= Huios = Sohn) S (= Soter = Retter).


Die folgende Erzählung lässt erahnen, welchen Gefahren die frühen Christen ausgesetzt waren, wie sie sich mit diesem Geheimzeichen verständigten und so vor Verfolgung schützten.

 

Erzählanregung:

 

Donatus wohnt in einer kleinen Stadt am Mittelmeer, vor langer, langer Zeit, als im römischen Weltreich die Kaiser regierten und sich die Christen in kleinen Gemeinden zusammenfanden.
Donatus hat ein Geschäft am Hafen, und er verkauft, was Matrosen so alles brauchen, wenn sie mit ihren Segelschiffen ihre Reise unterbrechen: dicke Seile und Segeltuch als Ersatz für das, was im Sturm zerrissen ist, auch regenfeste Jacken und Schuhe.

Heute ist Sonntag. Donatus sperrt seinen Laden zu und hängt ein Schild davor: „Bin in einer Stunde wieder da“. Dann geht er weg, um viele Hausecken herum, schaut auch vorsichtig, ob ihm jemand nachfolgt, und verschwindet dann in einem kleinen Durchgang und in einer Tür, die zu einer Wohnung führt. Niemand soll wissen, dass er sich dort mit befreundeten Familien trifft.
Die begrüßen Donatus freundlich und dann sagt einer der älteren Männer ernst: „Wir müssen jetzt noch mehr aufpassen als bisher, wenn wir uns treffen. Ihr wisst ja alle, dass es uns verboten ist, Christen zu sein und als Christen gemeinsam Gottesdienst zu feiern“. „Warum denn nur“, fragt eine der Frauen. „Wir tun doch niemand Unrecht, zahlen unsere Steuern wie alle anderen auch, sind freundlich zu unseren Mitmenschen!“ „Aber wir glauben an Jesus Christus“, antwortet der Ältere, und das ist verboten. Nur weil wir den Kaiser nicht als Gott anerkennen und verehren, sondern nur Jesus Christus als unseren Herrn, gelten wir als Staatsfeinde. Darum müssen wir uns ganz heimlich treffen, und niemand anderes darf davon erfahren.“

Dann feiern sie gemeinsam Gottesdienst, beten, singen, lesen Worte aus der Bibel, und zum Schluss erteilt der Bischof den Segen für alle: „Der Friede unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch allen. Amen“. „Ich muss jetzt schnell wieder in meinen Laden, damit nichts auffällt“, sagt Donatus, verabschiedet sich von allen. „Und denk daran“, mahnt ihn noch der Gemeindeälteste, „sag niemand etwas von uns Christen, sonst sind wir verloren!“ Donatus verschwindet so vorsichtig, wie er gekommen ist.

Kurz darauf steht er wieder in seinem Laden. Einige Matrosen, die er noch nie gesehen hat, kommen, und dann auch einer, der sich sorgfältig im Laden umschaut. Er wartet, bis alle anderen Käufer gegangen sind, und spricht dann Donatus an: „Ich komme aus Smyrna“, sagt er und macht eine Pause. „Smyrna“, denkt Donatus, da ist schon vor einiger Zeit eine Christengemeinde entstanden, sagt aber nichts. „Ich muss hier einige Tage warten, bis mein Schiff repariert ist, und suche Unterkunft bei Leuten, mit denen ich mich gut verstehen kann“. Jetzt ist Donatus ganz gespannt und schaut möglichst unauffällig auf die Hände des Besuchers. Und der macht auch ganz unauffällig auf dem Verkaufstisch mit dem Zeigefinger eine Bewegung, die den Umriss eines Fischs anzeigt. Donatus kennt diese Bewegung. Es ist das Geheimzeichen der Christen. Er tut zuerst so, als ob er nichts bemerkt hat, und dann macht auch er ganz unauffällig dieses Zeichen. Jetzt weiß jeder vom anderen, dass er auch Christ ist. Vorsichtig reden die beiden noch über Sachen und streuen Bemerkungen ein, die nur die Christen kennen können, etwa auch über die Namen von Mitgliedern der Gemeinden, bis sich beide ganz sicher sind. Und dann geben sie sich zu erkennen.

Der Matrose, er heißt Eusebius, wird von Donatus in das Haus mitgenommen, wo sich die Christen treffen, auch wieder ganz unauffällig. Dort wird er zuerst etwas misstrauisch begrüßt, aber das Zeichen des Fisches ist natürlich auch hier das Zeichen der Zugehörigkeit zur Gemeinschaft der Christen. Dann erzählt Eusebius den anderen von seiner Gemeinde in Smyrna. „Wie hast du nur zu uns gefunden? Du weißt doch, dass niemand Fremdes unser Geheimzeichen kennen darf“, fragen einige, und Eusebius antwortet: „Wir in Smyrna wissen von euch und auch Donatus ist uns bekannt. Und so konnte ich mich in Ruhe umschauen, bis ich dich, Donatus und dein Geschäft gefunden habe. Ich hätte es nicht gewagt, jemand anderem unser Zeichen zu zeigen.“
In den nächsten Tagen gibt es viel zu erzählen, wie es den Christen in Smyrna geht, ob und wie sie unter der Verfolgung leiden müssen und wie sie trotzdem an ihrem Glauben festhalten.

Dann geht Eusebius wieder zurück auf sein Schiff, nimmt viele Grüße mit und verspricht, zuhause in seiner Christengemeinde von seinen Erlebnissen bei Donatus und seinen neuen Christenfreunden zu erzählen.

 

Gesprächsanregungen

  • Auch mit einem Geheimzeichen kann man sich ohne Worte gut verstehen. Warum war es hier so wichtig, auf die entscheidenden Worte zu verzichten?
  • Damals war alles anders als bei uns heute. Kannst du dir vorstellen, warum die Christen damals um ihr Leben fürchten mussten?
  • Warum wohl war der Fisch das Geheimzeichen der Christen? Welche Idee hast du dazu?
  • Welches andere Zeichen hätte es auch sein können?

 

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