skip to content
save as pdf     print

Aktuelles:

Reformatorengespräch

 Zum Reformationsfest ein Reformatorengespräch 

....weiter lesen


Mutige Frauen der Reformation

 Ein Vortrag zur Bedeutung der Frauen im Reformationsgeschehen

....weiter lesen


Theologisch-religionspädagogische Stichworte

 Neu: Beginn einer Serie mit Kurzartikeln zu wichtigen Stichworten für die religionspädagogische Theorie und Praxis in den Kitas   Neu im Mai:  'Gottesbilder' Neu im Juli:   'Gebet'    mit vielen Anregungen und Beispielen zu Gebeten in der Kita

....weiter lesen


Erzählung des Monats November

Jeden Monat wird eine von mir verfasste biblische Nacherzählung  bzw. eine Erzählung zu wichtigen Gestalten bzw. Themen des christlichen Glaubens vorgestellt. Biblische Erzählungen finden Sie auch in der "Suchhilfe Bibelgeschichten"  

....weiter lesen


Erzählungen zum Reformationsjahr

 In den Geschichten des Monats besonderer Akzent beim Reformationsgeschehen

....weiter lesen


Besucherstatistik
Besucher gesamt: 325.161
Besucher heute: 11
Besucher gestern: 192
Max. Besucher pro Tag: 588
gerade online: 5
max. online: 86
Seitenaufrufe gesamt: 2.866.924
Seitenaufrufe diese Seite: 63
Counterstart: 27.03.2010
Statistiken  Statistiken
K

    Dezember 2016

Chanukka – das jüdische Lichterfest

Ziele

  • Herkunft und Brauchtum des jüdischen Chanukka-Fests kennenlernen
  • interreligiöse Gemeinsamkeiten im Umgang mit dem Lichtsymbol wahrnehmen
  • aufgeschlossenen, wertschätzenden Umgang mit Gemeinsamkeiten und Unterschieden in den monotheistischen Religionen

In der vorweihnachtlichen bzw. Weihnachtszeit feiern Juden mit dem Chanukka-Fest ihr achttägiges Lichterfest. In diesem Jahr trifft es vom 25. Dezember bis zum 1, Januar genau die Weihnachtswoche. Bei weihnachtlichen Feiern in Schule und Gemeinde bietet es sich deshalb ganz besonders an, auch Bezüge zum Chanukka-Fest herzustellen. Auch wenn keine jüdischen Kinder dabei sind, so passt die folgende Geschichte doch gut in den Zusammenhang der vorweihnachtlichen und weihnachtlichen Lichter. 

Die Geschichte erzählt, wie Chanukka in den Familien gefeiert wird und wo dieses Fest seinen Ursprung hat.

 

Erzählanregung

Mit dem Hl. Abend beginnt die Weihnachtszeit. Mindestens bis zum Beginn des neuen Jahres bestimmen die Lichter der Christbäume das häusliche Leben. Am Heiligen Abend beginnt in diesem Jahr auch in den jüdischen Familien eine ganz besondere Lichterwoche, von der ich euch jetzt erzählen will.

Den ganzen Tag über sind alle damit beschäftigt, die Wohnung schön herzurichten. Sorgfältig wird der Chanukka-Leuchter geputzt, damit er wieder wie neu glänzt. In der Küche bereitet die Mutter mit Hilfe der Kinder die Latkes, das typische Chanukka-Essen vor. Das sind besondere Kartoffelpuffer, die zusammen mit Apfelmus und Sahne gegessen werden. Die Kinder haben schon fleißig die Kartoffeln gerieben und die große Schüssel mit dem rohen Kartoffelbrei gefüllt. Die Mutter schneidet gerade noch die Zwiebeln fein, dann kommen Eier, das besondere Mazzot-Mehl, Salz und Pfeffer dazu. In der Bratpfanne brutzelt schon das Öl, und alle freuen sich schon auf die knusprig braunen Latkes.

Der Vater ist noch rechtzeitig vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause gekommen. Alle stehen voller Erwartung um ihn herum. Er nimmt eine Chanukka-Kerze vom Schrank und steckt sie auf den ersten der acht Kerzenhalter des Chanukka-Leuchters. Zuerst zündet er den Schammes an. Das ist ein Hilfslicht, das vorne am Chanukka-Leuchter befestigt ist. Und dann darf das jüngste Kind mit ihm die erste Chanukka-Kerze anzünden. Alles ist sehr feierlich, besonders wenn Vater jetzt das Segenswort für den ersten Chanukka-Tag spricht: „Gepriesen seist Du, Ewiger, unser Gott, König der Welt, der du uns geheiligt hast durch deine Gebote und uns geboten, das Chanukka-Licht anzuzünden“. Dazu liest er noch einen Abschnitt aus der Tora, der jüdischen Bibel.
Dann setzen sich alle zu Tisch und genießen die Latkes. Gegen Ende der Mahlzeit erinnert die Mutter an die Chanukka-Geschichte und erzählt:
„Vor mehr als zweitausend Jahren war in Israel eine schlimme Zeit. Antiochus, der König von Syrien, hatte die Heimat unserer Vorfahren, Israel mit der Hauptstadt Jerusalem, erobert. Übel haben die Eindringlinge in der Stadt gehaust, auch im Tempel vieles durcheinander gebracht und vor allem die heiligen Geräte zerstört. Im Tempel durften fortan keine Gottesdienste mehr gefeiert werden. Stattdessen wurde unser jüdisches Gotteshaus in einen griechischen Tempel umgewandelt, um dort die griechischen Götter anzubeten. Für alle Juden war das ein fürchterlicher Gräuel.
Aber dann rief ein mutiger Mann, Judas Makkabäus, zum Widerstand gegen die Besatzer auf, zum Kampf für die Freiheit. Nach einem drei Jahre dauernden Krieg konnten sie endlich aus dem Land Israel vertrieben werden. Die Bewohner der Stadt Jerusalem und des ganzen Landes atmeten erleichtert auf, dankten Gott und feierten die wiedergewonnene Freiheit.

Natürlich sollte jetzt auch der Tempel wieder neu eingeweiht werden, verbunden mit einem großen Dankgottesdienst. Dazu musste er mit geweihtem Öl erleuchtet werden. Aber woher sollte man es nehmen? Früher wurde in Tempelgottesdiensten immer wieder neues Öl geweiht. Doch jetzt hatte man kein Öl zum Gottesdienstfeiern und konnte deshalb auch kein neues Öl weihen. Die Eindringlinge hatten alle Gefäße mit Tempelöl vernichtet. Aber – o Wunder – jemand fand in einem Winkel versteckt ein winziges Gefäß mit altem Tempelöl. Es war noch versiegelt, niemand hatte es also in der Zeit der Eroberung durch die griechischen Soldaten geöffnet.

Allerdings tat sich ein neues Problem auf: Wenn das Licht mit dem geweihten Öl im Tempel entzündet war, durfte es nicht mehr ausgehen. Das Öl im gefundenen Gefäß reichte aber nur für einen Tag. Und bis man das nach ganz besonderen Regeln gepresste neue Tempelöl zur Verfügung hatte, würden acht Tage vergehen. Nach einem Tag würde also das feierliche Licht im Tempel wieder erlöschen.

Da geschah ein noch größeres Wunder: Das wenige Öl aus dem kleinen Gefäß ging nicht aus, ernährte die Kerze Tag für Tag, volle acht Tage lang, bis wieder genug inzwischen geweihtes Öl zur Verfügung stand. Acht Tage lang konnten sich die Leute darüber freuen, dass wieder Licht aus geweihtem Öl im Tempel brannte. Sie feierten das fortan jedes Jahr aufs Neue. Und so feiern auch wir acht Tage lang mit dem Chanukka-Licht, denn Chanukka ist ein hebräisches Wort und heißt so viel wie Einweihung“.

Die Familie singt nach dieser Geschichte miteinander noch ein Chanukka-Lied, und dann endlich werden den Kindern kleine Geschenke überreicht. Auch Geldmünzen sind dabei, für die Sparbüchse oder für einen ganz persönlichen Wunsch. Damit aber ist dieser Abend noch nicht zu Ende. Jetzt kommt noch das Dreidel-Spiel, ein Kreiselspiel mit einem besonderen Kreisel. Auf den vier Seiten des Kreisels steht je ein hebräischer Buchstabe. Es sind die Anfangsbuchstaben von Worten, die zusammen folgenden Satz ergeben: ‚Ein großes Wunder geschah dort‘. Gespielt wird nach folgender Regel: Je nachdem, zu welchem Schriftzeichen hin der Kreisel nach dem Drehen fällt, darf die Person, die gerade gedreht hat, eine Süßigkeit vom Teller nehmen und auf den eigenen legen, oder sie muss eine zurücklegen.

„Jetzt aber ist Schluss“, sagt der Vater dann. „Morgen ist auch noch Chanukka. Da zünden wir am Abend eine weitere Kerze an unserem Leuchter an. Und au auch dann ist das Fest noch lange nicht zu Ende“.

 

 Im Unterschied zur siebenarmigen Menora hat der Chanukka-Leuchter acht Kerzen und zusätzlich nach vorne im rechten Winkel das 'Dienstlicht' als Hilfe zum Anzünden  (Zeichnung: M.L. Goecke-Seischab)

 

 Gesprächsanregungen

  • Advents- und Weihnachtszeit ist Lichterzeit. Kannst du Gemeinsamkeiten zwischen dem Feiern der Juden und der Christen entdecken? Welche?
  • Jüdische Feste sind immer mit der Erinnerung an ein besonderes Ereignis in der Vergangenheit verbunden. Weißt du noch, an welches Ereignis das Chanukka-Fest erinnert?
  • Was hat dir an der Feier in der Familie gut gefallen und warum?

Zurück zu: Geschichten des Monats

 

 
© 2017 Frieder Harz