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K

    Februar 2016

Martha und Maria (Lukas 10,38-42) - Zeit haben für das, was jetzt wichtig ist

Ziele

  • im unterschiedlichen Verhalten von Martha und Maria wahrnehmen, was es heißt, eigene Zeitvorstellungen mit denen anderer in Einklang zu bringen
  • entdecken, was gemeinsame Zeit wertvoll macht

Vorüberlegungen

Maria und Martha gehören zum Freundeskreis Jesu, begleiten Jesus aber nicht mit der Jüngerschar auf deren Wegen rings um den See Genezareth. Vielmehr bieten sie Jesus mit ihrem Haus gleichsam einen Stützpunkt an. Vermutlich luden die beiden Frauen auch die Begleiter ein, aber die Geschichte erzählt nur von Jesus mit Maria und Martha.

In dem kurzen Abschnitt des Lukasevangeliums stellt der Evangelist in den zwei Schwestern zwei ganz unterschiedliche Verhaltensmuster vor. Martha ist die Einladende, die sich ganz den Vorbereitungen hingibt. Deutlich schreibt Lukas: „Martha hatte alle Hände voll zu tun, um ihm zu dienen“. Maria ist ganz die Schülerin ihres Lehrers (Rabbi) Jesus, setzt sich zu seinen Füßen, wie es damals für solche Lehrgespräche üblich war.
Martha beschwert sich, dass Maria ihr nicht geholfen hat, aber Jesus rechtfertigt das Verhalten Marias: sie hat das „Bessere“ gewählt. Zu kurz greift es, wenn man meint, Jesus würde die praktische Arbeit im Haushalt gegenüber der geistigen Tätigkeit des Lehrgesprächs abwerten. Es geht eher um den angemessenen Umgang mit wertvoller Zeit.
Zwei Zeitmuster treffen hier aufeinander: Martha kann nicht aufhören mit dem Vorangegangenen, kann den Blick nicht lösen von dem, was noch alles getan werden könnte und sollte. Maria hat sich ganz auf die von Jesus vorgegebene Zeitspanne eingestellt und kann sie gut nutzen und genießen.

Das scheint in erster Linie eine Erzählung für Erwachsene zu sein, nämlich im Blick auf den Druck der – oft sich selbst auferlegten - Verpflichtungen, die über die Maßen die Zeit beanspruchen. Aber auch für Kinder ist es wichtig, ihre eigenen Zeitmaße mit denen anderer zu koordinieren, mit dem einen aufhören zu können, damit das andere beginnen kann, das eine gehen zu lassen, damit das andere kommen kann. Bei den Kindern geht es wohl weniger um den Druck von Verpflichtungen, als vielmehr um das Loslassen-Können von etwas, das einen ganz gefangen nimmt, in dem man gerne noch weitermachen möchte. Es geht um das sich Lösen von dem einen, um damit für andere und anderes bereit zu sein.

 

Erzählanregung

„Jesus ist wieder in unserer Gegend“, sagt Martha zu ihrer Schwester Maria. „Das ist wunderbar“, antwortet die, „dann schaut er auch wieder bei uns vorbei und bringt Zeit mit zum Hören und Reden. Ich bin so neugierig auf all das, was er von Gott erzählt. Ich kann ihm da stundenlang zuhören. Und wenn ich ihn dann mit meinen Fragen komme, gibt es so gute Gespräche. Ich freue mich schon so sehr auf die Stunden mit ihm“. Martha meint: „Ich habe ihn schon eingeladen, ein Bekannter überbringt ihm die Einladung. Dann muss alles im Haus tip-top in Ordnung sein. Das ist mein Stolz, dass alles sauber ist und blitzt und blinkt, wenn Besuch kommt. Und ich tue das gerne, und das macht mir richtig Spaß. Ich will jetzt gar nicht mehr viel davon reden. Ich muss an die Arbeit, denn ich will unbedingt fertig sein, bis Jesus kommt. Halbfertige Sachen hasse ich!“

Maria meint dazu: Ja, das kenne ich an dir. Du kannst dann an nichts anderes mehr denken und ich bin dir auch bloß im Weg“. Martha lacht: „Ja, das stimmt. Ich will unseren Besuchen zeigen, was ich kann und gerne tue. Und wenn Jesus kommt, soll alles besonders schön sein. Aber jetzt Schluss mit unserem Geplauder. Ich gehe jetzt gleich zum Markt und suche mir die schönsten Sachen für ein festliches Essen aus“. Und gleich darauf verlässt sie das Haus.

Maria bleibt noch ein bisschen sitzen und denkt: „Hoffentlich wird Martha wenigstens heute mit allem fertig, bis Jesus kommt. Ich kenne sie doch. Der Besuch ist da und sie kann nicht damit aufhören, da noch etwas herzurichten und dort noch etwas schön zu machen. Dann fehlen da noch ein paar Blumen und dort fehlt noch ein gutes Gewürz für die Speisen. Das fällt niemandem auf außer ihr“. Dann sagt sie laut vor sich hin: „Wenn Jesus kommt, will ich Zeit für ihn und für mich haben. Ich würde alles liegen und stehen lassen, wenn er da ist. Die Zeit mit ihm ist doch so kostbar. Und sie überlegt sich schon, was sie ihn heute Abend fragen könnte.

Nach ein paar Stunden ist es soweit: Jesus ist angekommen. Die beiden Schwestern begrüßen ihn herzlich und lassen sich auf den schön hergerichteten Sitzpolstern nieder. Sie fragen einander, wie es ihnen geht und was seit dem letzten Besuch alles geschehen ist. Maria blickt verstohlen um sich, ob noch irgendetwas im großen Wohnraum geordnet werden müsste. Ihr fällt nichts auf. Diesmal hat es Martha wohl geschafft, mit allem fertig zu werden, was sie sich vorgenommen hat. Aber kaum hat sie das gedacht, da unterbricht Martha das Gespräch und sagt: „Ich bin leider noch nicht fertig mit meiner Vorbereitung. Mir fällt gerade ein, was ich noch tun könnte, damit wirklich alles in Ordnung ist“.

Jesus lädt sie mit einer Handbewegung ein, sich wieder zu setzen und sagt: „Martha, es ist alles wunderbar und schön. Nimm dir doch jetzt Zeit für uns!“ Aber Martha schüttelt den Kopf: „Ich habe jetzt noch keine Zeit dafür, ich muss noch etwas in der Küche tun“, und schon ist sie draußen. Maria zuckt mit den Schultern: „Schade, dass Martha mit ihren Vorbereitungen nicht aufhören kann. Jetzt ist doch die Zeit mit dir gekommen, und die ist kostbar für uns, für uns alle drei“. Gleich darauf sind die beiden im Gespräch zu den Fragen, die sich Maria überlegt hat. Schnell vergeht die Zeit, die beiden merken gar nicht, dass Martha schon seit einer ganzen Weile nicht mehr zurückgekommen ist.

Bis sie dann endlich hereinkommt, Maria vorwurfsvoll anschaut und sagt: „Du sitzt da und redest mit Jesus. Ich musste draußen noch einiges erledigen. Ich habe mich doch auch auf das Gespräch mit Jesus gefreut!“ Da schaut Jesus Martha an und sagt: „Jetzt bin ich da, muss auch bald wieder gehen. Jetzt ist die Zeit für Gespräche. Ich glaube, Maria hat das besser verstanden als du. Man muss auch mit etwas aufhören können, wenn die Zeit für etwas anderes wichtiger ist“.

Da setzt sich Martha still zu den beiden anderen auf die Sitzpolster und hört zu, was die beiden gerade weiter besprechen. Aber mit ihren Gedanken ist sie noch ganz bei dem, was Jesus gerade zu ihr gesagt hat.

 

Gesprächsanregungen

  • ‚Zeit haben für das, was wichtig ist und mit dem anderen aufhören können‘ – welche Gedanken dazu gehen Martha jetzt wohl durch den Kopf?
  • Kennst du das auch, dass man mit etwas aufhören sollte und es doch nicht kann? Warum ist das wohl so?
  • Als Jesus das Haus wieder verlassen hat, ist Martha über sich selbst enttäuscht. „Ich hätte so gerne mehr Zeit für Jesus gehabt“, sagt sie zu ihrer Schwester. „Du hast es besser gemacht“. Maria antwortet: „Komm, wir überlegen uns, was du beim nächsten Besuch von Jesus auch besser machen kannst“. Welche Ideen für Martha hättest du dazu?

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