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K

    September 2014

Jesus und die Lilien (Matthäus 6,28ff.)

 

Vorbemerkungen

Jesu Worte vom Sorgen, verbunden mit dem Blick auf die Lilien auf dem Feld und dem Hinweis auf ihr sorgloses Blühen gehören zu dem großen Redenkomplex der Bergpredigt, in der der Evangelist Matthäus überlieferte Aussagen Jesu zusammengestellt hat. Sie knüpfen an die bedrängende Situation der „kleinen Leute“ in Palästina an, die unter Armut und Hunger leiden, unter Ungerechtigkeit und Demütigungen, Ausbeutung durch Großgrundbesitzer und Steuereintreiber, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit. Jesus spricht ihnen Lebensmut zu: Gott wird sie nicht im Stich lassen. Jesus stellt ihnen Bilder der Hoffnung vor Augen, welche die nach Zuversicht hungernden Menschen verändern und so Neues in Gang setzen.
Kinder lernen mit dieser Erzählung die Situation vieler Menschen zur Zeit Jesu kennen und dabei auch den Zusammenhang von äußerer und innerer Not, von Armut und Hoffnungslosigkeit. Vielleicht können sie das Gehörte auch mit eigenen Erfahrungen verbinden, in denen äußere bedrängende Umstände Ohnmachtsgefühle und Zweifel an der eigenen Zukunft geweckt haben. Bei solcher inneren Not setzt Jesu Wirken an, indem er den Menschen neues Selbstbewusstsein vermittelt und ihnen mit seiner Autorität Gottes Nähe und Hilfe zuspricht. Anschaulich wird dies mit dem Blick auf die Blumen als Gleichnis für Gottes Fürsorge, die gerade denen gilt, die sie in besonderer Weise brauchen.

 

Ziele

  • wahrnehmen, wie Jesu Mut machende Worte mit dem Blick auf die Blumen besonders anschaulich werden
  • erleben und bedenken, wie diese Botschaft in Wort und Bild den Menschen neue Lebenszuversicht geben konnte

 

Erzählanregung

 

Im Dorf stehen die Leute beieinander und reden aufgeregt aufeinander ein. Manche schimpfen und ballen die Fäuste. Simon kommt dazu und gleich fragt ihn Tobias: „Waren die Steuereintreiber auch bei dir?“ Simon nickt und sagt mit bitterem Ton. „Alles haben sie uns weggenommen. ‚Was auf den Steuerlisten steht, müsst ihr abgeben‘, haben sie gesagt. ‚ Was dann noch für euch übrig bleibt, geht uns nichts an‘“. Judith ergänzt: „Auf den Knien habe ich sie angefleht, dass sie uns wenigstens die Kuh lassen sollen. Aber sie haben überhaupt nicht darauf geachtet“.

„Wie soll es nur weitergehen?“ seufzt Rebekka. „Jedes Jahr kommen sie und nehmen uns das weg, wofür wir lange und mühsam gearbeitet haben. Und dann sind wir noch ärmer als die ganze Zeit vorher. Wovon sollen wir denn leben, wenn wir uns auf dem Markt kaum mehr etwas kaufen können?“
In eine Gesprächspause hinein fragt Simon nachdenklich: „Ob Gott uns vergessen hat? Sonst würde er uns doch irgendein Zeichen geben, damit es wenigstens noch ein Fünkchen Hoffnung für uns gibt!“ „Darauf warte ich auch schon lange“, meint Rebekka. „Vielleicht will Gott von uns nichts mehr wissen, weil wir die Gebote nicht sorgfältig genug halten“, antwortet Simon. „Aber wer Hunger hat, muss eben auch am Feiertag im See Fische fangen, was ja eigentlich verboten ist. Sonst können wir nicht überleben. Ob Gott wirklich so streng ist? Ich kann es nicht glauben. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als auf ein Hoffnungszeichen von Gott zu warten, das uns neuen Mut gibt“. Sie reden noch eine Weile miteinander und gehen dann nach und nach in ihre Häuser.
Ein paar Tage später stehen sie wieder beieinander, aber diesmal reden sie ganz anders. „Habt ihr schon von dem Rabbi Jesus gehört?“ fragt Simon ganz aufgeregt. „In Kapernaum erzählen sich die Leute viel von ihm. Das muss ein ganz besonderer Lehrer sein. Wie ein Lauffeuer geht die Nachricht von ihm um den ganzen See Genezareth herum. Rebekka ruft dazwischen: „Ich habe auch schon davon gehört. Er heilt Kranke. Von überall her kommen sie zu ihm. Wenn wir mehr von ihm wissen wollen, dann sollten wir auch zu ihm gehen!“ Simon meint nachdenklich: „Ob er uns wohl sagen kann, ob es sich noch lohnt, auf Gottes Hilfe zu hoffen? Das interessiert mich am meisten“.

Am nächsten Tag macht sich die kleine Gruppe auf den Weg zu Jesus. Rebekka hat erfahren, dass er ganz in der Nähe ist. „Ich bin gespannt auf ihn“ meint Rebekka. Simon ergänzt: „Wenn er mir ein bisschen Hoffnung geben kann, dann bin ich schon zufrieden“. Inzwischen finden sich immer mehr Menschen auf dem Weg ein. „Geht ihr auch zu dem Rabbi Jesus?“ fragen sie einander und nicken zustimmend. „Es heißt, er hat große Kraft von Gott“, meint einer. „Dann ist er für mich der Richtige“, murmelt Simon. Nach einer Weile kommen sie zu einer Wiese an einem Hang. Viele haben auf ihr schon Platz genommen. „Jesus kommt bald hierher“, sagen die Leute.

Und da ist er auch schon mit seinen Begleiterinnen und Begleitern. Er begrüßt die Wartenden, fragt, woher sie kommen und fängt dann an, zu allen zu reden. Er spricht so, dass alle gut verstehen können, was er meint. Er erzählt von Gott und sagt dann: „Manchmal denkt ihr, dass Gott euch verlassen hat. Viele schauen geringschätzig, abweisend und unbarmherzig auf euch und meinen, dass Gott das auch tut. Aber das stimmt nicht“. Jetzt horcht Simon ganz genau hin, auf jedes Wort. „Ganz im Gegenteil“, fährt Jesus fort, „Gott ist mit ganz besonderer Aufmerksamkeit und Liebe bei euch und euren Sorgen. Ihr habt für Gott einen ganz besonderen Wert“.

Nach einer kleinen Pause dreht er sich auf die Seite weist mit der Hand auf den mit Lilien übersäten Hang und sagt: „Schaut euch um, seht euch die vielen Blumen auf den Wiesen und Feldern an!“ Rebekka flüstert Judith zu: „Ich habe überhaupt noch nicht darauf geachtet, seit wir hergekommen sind. Es ist ja wirklich wie ein bunter Teppich aus grünem Gras, braunem Feld und vielen, vielen Blumen dazwischen. Es ist wunderschön!“ Judith nickt, und dann hören sie weiter auf Jesus, was er sagt: „Jede dieser Blumen trägt ein prächtiges Farbenkleid. Gott hat es ihnen gegeben. Dort, wo vor ein paar Wochen noch trockener Boden war, sind sie nach dem Regen aus der Erde heraus gewachsen. Ich finde, sie sind schöner und kostbarer als ein Königsgewand“.

Die Leute lassen ihre Blicke über die Blumen schweifen, schauen auf die ganz in ihrer Nähe und auch über den ganzen Blütenteppich hinweg, der sich weit hinzieht. Aufmerksam hören sie jedes Wort, das Jesus sagt. Und der spricht weiter: „So prächtig und wertvoll wie die Blumen seid auch ihr für Gott, jeder und jede von euch. Vergesst das nicht. Und so, wie die Blumen nach der langen Zeit der Trockenheit aus dem Boden ans Licht gekommen sind und ihre Blüten entfaltet haben, so wird Gott auch euch das zukommen lassen, was ihr zum Leben braucht“.
Simon kann sich gut erinnern, wie dürr und trocken es noch vor wenigen Wochen war. So hat auch er sich gefühlt. Und jetzt freut er sich an den Blumen und den Worten Jesu. Sie sind wie ein Gottesgeschenk für ihn. Leise murmelt er vor sich hin: „Lange mussten die Blumen in der trockenen Erde warten, und dann haben sie auf einmal ganz neu zu leben begonnen“. Jakob hat mitgehört und sagt dazu: „Und wir sind für Gott genauso wichtig wie die Blumen“.

Auf dem Heimweg meint Rebekka: „Das mit den Blumen war das Schönste für mich, das Jesus gesagt hat“. Und Simon ergänzt: „Für mich auch. Es hat mir so viel Mut gemacht“. Die anderen fragen: „Warum eigentlich gerade das mit den Blumen?“ „Könnt ihr es euch nicht denken, warum?“ fragen die beiden zurück.

 

Gesprächsanregungen

  • Kannst du dir denken, warum das mit den Blumen für die vier so wichtig war?
  • Der Blick auf die Blumen und das, was Jesus gesagt hat, das hat für viele Zuhörer gut zusammengepasst. Kannst du dir erklären, wie?
  • Simon hat etwas erfahren, das ihn von seinen Sorgen befreit hat. Kannst du es dir denken, was?
  • Auch Rebekka hat für sich eine wichtige Botschaft mitgenommen, Welche war es wohl für sie?
  • Kennst du eigene Erfahrungen, wie dich etwas von deinen Sorgen befreit hat? Wie könnten Jesu Worte und der Blick auf die Blumen dazu passen?


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