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Aktuelles:

Reformatorengespräch

 Zum Reformationsfest ein Reformatorengespräch 

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Mutige Frauen der Reformation

 Ein Vortrag zur Bedeutung der Frauen im Reformationsgeschehen

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Theologisch-religionspädagogische Stichworte

 Neu: Beginn einer Serie mit Kurzartikeln zu wichtigen Stichworten für die religionspädagogische Theorie und Praxis in den Kitas   Neu im Mai:  'Gottesbilder' Neu im Juli:   'Gebet'    mit vielen Anregungen und Beispielen zu Gebeten in der Kita

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Erzählung des Monats Oktober

Jeden Monat wird eine von mir verfasste biblische Nacherzählung  bzw. eine Erzählung zu wichtigen Gestalten bzw. Themen des christlichen Glaubens vorgestellt. Biblische Erzählungen finden Sie auch in der "Suchhilfe Bibelgeschichten"  

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Erzählungen zum Reformationsjahr

 In den Geschichten des Monats besonderer Akzent beim Reformationsgeschehen

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K

    Kreuz

Situationen und Anlässe

 

  • Kinder nehmen bei Kirchenbesuchen bzw. –erkundungen Kreuz-Darstellungen wahr und stellen dazu ihre Fragen
  • Kinder entdecken das Kreuz als Kennzeichen der kirchlichen Trägerschaft der Einrichtung
  • Kinder hören in der Einstimmung auf das Osterfest auch vom Sterben Jesu am Kreuz
  • Kinder stellen bei einem Friedhofsbesuch Fragen zur Bedeutung der Kreuze

 

Informationen

Das Kreuzsymbol im kirchlichen und im säkularen Umfeld

Das Kreuz ist das Zentralsymbol des christlichen Glaubens. Es ist Kennzeichen jedes christlichen Kirchengebäudes und auch kirchlicher Gemeinderäume. Kirchliche Einrichtungen führen es in ihrem Logo. Als das „Kronenkreuz“ ist es das Kennzeichen der Diakonie.
Darüber hinaus begegnet es vielfach auch im säkularen Umfeld und weist auf kulturelle Ursprünge im christlichen Glauben hin. Gipfelkreuze markieren Bergspitzen, Wegkreuze verweisen auf religiös bedeutsame Ereignisse in früherer Zeit. Kreuze in Gerichtssälen mahnen die Orientierung an höchsten Werten wie Gerechtigkeit und Achtung der Würde jedes Menschen in seiner Eigenständigkeit an. Kreuze zieren auch Halsketten und andere Schmuckstücke.
Ist das Kreuz noch christliches Zentralsymbol oder eher Hinweis auf – oft weit zurückliegende - christliche Ursprünge im säkularisierten gesellschaftlichen Umfeld? Droht das Kreuzsymbol mit dem weiten Bedeutungsrahmen seine Aussagekraft als Mitte des christlichen Glaubens einzubüßen. Oder hilft es eher zur Glaubensorientierung angesichts dieser Weite? 

  • Welchen Zugang haben Sie zum Kreuzsymbol?
  • Welche Inhalte des christlichen Glaubens verbinden Sie mit ihm?
  • In welcher (künstlerischen) Gestalt ist das Kreuz für Sie besonders aussagekräftig?

Religionspädagogische Aufgabe: Weil schon kleine Kinder Kreuzesdarstellungen begegnen und dazu ihre Fragen stellen, ist es wichtig, ihnen Zugänge zu einem angemessenen Verständnis des Kreuzsymbols zu eröffnen.

 

Symbol des Todes oder des Lebens?

Das Kreuz weist auf Jesu grauenvollen Tod hin. Das wird besonders bei den Kruzifix-Darstellungen deutlich, die auf den Kreuzesbalken den Körper des leidenden und sterbenden Jesus zeigen. Ist dies eine einladende Symbolik für Menschen, die sich in ersten Begegnungen dem Verständnis des christlichen Glaubens zu nähern versuchen? Noch eindringlicher wird diese Frage im Blick auf kleine Kinder: Was kann an einem Kruzifix kindgemäß sein? Es ist gut verständlich, wenn viele Erziehenden zwar gerne die biblischen Weihnachtsgeschichten erzählen, aber vor einem Erzählen des Kreuzigungsgeschehens zurückschrecken. Immer drängender wird damit die Frage: Wie kann das Kreuz als Zentralsymbol des christlichen Glaubens ein Zugang zu einem lebensförderlichen christlichen Glauben sein?

  • Welche Widerstände spüren Sie angesichts der biblischen Berichte vom Leiden und Sterben Jesu?
  • Verbinden sich diese auch mit dem Kreuzsymbol? 

Im Symbol des Kreuzes gehören Tod und Auferstehung Jesu zusammen

Wie kam es überhaupt dazu, dass das Kreuz zum Leitsymbol des christlichen Glaubens wurde? Von Anfang an mussten die Verkünder des Glaubens an Jesus Christus Antworten auf die Frage geben, wie denn der mit seiner Botschaft offensichtlich gescheiterte Jesus zur Basis des christlichen Glaubens werden konnte. Die Antwort darauf war die von den Jüngerinnen und Jüngern bezeugte Auferweckung Jesu Christi am Ostermorgen (>>> Ostern). Mit ihr verbunden ist die Glaubensbotschaft, dass am tiefsten Punkt des Lebens und Wirkens Jesu schon die stärkste Wirksamkeit seiner Botschaft verborgen war. Die vermeintlich größte Schwachstelle des Wirkens Jesu mit seiner Botschaft vom menschlich zugewandten Gott entpuppte sich als deren größte Stärke. Jesus Christus überwindet das endgültig erscheinende Scheitern im Tod – das Überschreiten dieser Grenze wird zum unglaublichen lebendigen Aufbruch. In diesem Sinn erzählen die Evangelien in ganz besonderer Ausführlichkeit von den letzten Tagen Jesu in Jerusalem und zeigen damit, dass es gerade hier nichts zu verschweigen gibt. Zugleich machen sie diesen Weg und dessen Ziel in ihren begleitenden Interpretationen verständlich, indem sie Jesu Leiden und Tod von Ostern als dem eigentlichen Ziel des Wirkens Jesu her deuten.

Religionspädagogisch bedeutet das: Passion und Auferstehung Jesu, Tod und neues Leben dürfen nicht auseinandergerissen werden. Das Kreuz muss als Zentralsymbol den Zusammenhang von beidem deutlich machen.

  • Inwiefern ist Ihnen der Zusammenhang von Jesu Tod und neuem Leben wichtig?
  • Welche Fragen stellen sich Ihnen dabei?

Jesu Scheitern am Kreuz als das letzte Ziel seines Wirkens und die Vollendung seines Auftrags

Unübersehbar ist, wie schon im Vorfeld der Leidensgeschichte Jesu das eigentliche Ziel des Weges nach Jerusalem in den sog. „Leidensankündigungen“ aus dem Munde Jesu schon wie ein roter Faden angelegt ist: „Der Menschensohn wird überantwortet werden in die Hände der Menschen und sie werden ihn töten; und wenn er getötet ist, wo wird er nach drei Tagen auferstehen. Sie aber verstanden das Wort nicht und fürchteten sich, ihn zu fragen“ (Markus9, 31f.). Besonders der Evangelist Matthäus nutzt jede Gelegenheit, Einzelheiten der Leidensgeschichte Jesu mit vorausschauend verstandenen Aussagen des Alten Testaments besser zu verstehen: Alles musste so kommen, um die befreiende Gottesbotschaft Jesu zu ihrem endgültigen Ziel zu bringen.

Religionspädagogisch gesehen heißt das, im Erzählen vom Leiden und Sterben Jesu den Bogen von Anfang an weiter zu spannen, nämlich auf die befreiende und ermutigende Erfahrung von Jesu Auferweckung zu neuem Leben hin.

 

Gottes Wille und die Schuld der menschlichen Täter

Neben der theologischen Deutungslinie bleiben das Erschrecken und die Trauer darüber, zu welchen Grausamkeiten die handelnden Personen fähig waren. Welche Schuld trugen sie am Leiden und Sterben Jesu? Historisch gesehen scheiterte Jesus an einem Zusammenwirken der politischen und religiösen Mächte, die in Jerusalem das Sagen hatten. Das war auf der einen Seite die römische Besatzungsmacht mit ihrem Statthalter Pontius Pilatus, der es um das frühzeitige Ersticken jeglicher Widerstandsenergie aus der Bevölkerung ging - auch um den Preis möglicher Fehleinschätzungen und –urteile. Mit ihr arbeitete die religiöse Obrigkeit zusammen, der das reibungslose Zusammenspiel mit den Römern wichtig war und die kein Interesse an einer sorgfältigen theologischen Auseinandersetzung mit Jesu Botschaft hatte.

Bei der Suche nach Schuldigen gehen die Evangelisten Matthäus und Johannes noch weiter: die Juden insgesamt werden zu Schuldigen erklärt. Sie sind es, die von Pontius Pilatus lautstark die Verurteilung Jesu fordern. Historisch gesehen schwingen bei diesen Schuldzuschreibungen wachsende Spannungen zwischen den jüdischen und frühen christlichen Gemeinden mit. Im Laufe der Christentumsgeschichte haben sie unheilvolle Wirkungen gehabt, indem sie Begründungen für Judenverfolgungen lieferten.

Religionspädagogische Aufgabe ist es, auf solche Schuldzuschreibungen zu verzichten. Das geschieht am besten, wenn nicht Details der Grausamkeiten erzählt werden, die bei den Zuhörenden Wut und Zorn auf die Täter wecken. Vielmehr gilt es, der Spiegelung der Ereignisse im Erleben und Empfinden der Jüngerinnen und Jünger Jesu Raum zu geben. Sie trauern um ihren Jesus. Sie kommen ins Grübeln und Zweifeln, ob und wie es denn angesichts der schlimmen Ereignisse mit der Botschaft Jesu weitergehen könnte.

 

Das Geschehen um Tod und Auferstehung Jesu bezieht alle Menschen ein

Die Frage „Warum musste Jesus leiden und sterben?“ führt in theologischer Zuspitzung unweigerlich zur Frage: „Warum ließ Gott das zu?“ Eine Antwort darauf entfaltete schon Jahrzehnte vor der Abfassung der Evangelien der Apostel Paulus, nämlich in einer großen heilsgeschichtlichen Perspektive: Die politischen Machtkonstellationen in Jerusalem mit ihren unheilvollen Auswirkungen auf Jesus werden ganz universal als die Mächte des Bösen in unserer Welt und sogar in unserem eigenen Leben verstanden. Es sind die Mächte der Sünde und des Todes, nämlich die Folgen des Sündenfalls (1. Mose 3), mit dem das Böse in die Welt gekommen ist. Wie in einem Brennglas zeigt sich in Jesu Tod am Kreuz das, was grundsätzlich für alle gilt. Aber indem Jesus die Macht des Bösen gleichsam auf sich zog, hat er zugleich die Wende zu dessen Überwindung im Auferstehungsgeschehen eingeleitet. Die Wendung von Jesu Scheitern zu dessen neuem Leben wird zur Wendung vom „alten Adam“, der in die Sündhaftigkeit dieser Welt verstrickt ist, zum „neuen Menschen“, der an der Erweckung Jesu zum neuen Leben Anteil hat.

Jesu Leiden, das er um der Glaubwürdigkeit und uneingeschränkten Geltung seiner Botschaft willen auf sich genommen hat, wird zum Erlösungsgeschehen, an dem alle Anteil haben, die an Jesus Christus glauben. Die Standhaftigkeit Jesu im Verhör vor den Hohenpriestern, mit der er seinem Auftrag und seiner Botschaft bis in den Tod treu geblieben ist, wird zur Heilskraft für alle, die diese Botschaft für sich selbst gelten lassen.

  • Welche der theologischen Deutungen des Kreuzesgeschehens sind Ihnen bekannt, welche eher fremd?
  • Zu welchen finden Sie eher / weniger Zugang?

Religionspädagogisch gesehen stellt sich die Frage, ob und wie diese Übertragung und Ausweitung des Einstehens Jesu für seine Botschaft hin zur Erlösung für alle Glaubenden für Kinder zugänglich werden kann. Es gilt das „Für uns gestorben“ aus der universalen Ausweitung, wie wir sie bei Paulus finden, zurückzuholen in das Erleben und Verstehen von Menschen, die von der Trauer über Jesu Tod zur Freude über sein neues Leben fanden. Dass Jesus seiner Botschaft bis in den Tod treu blieb, wurde ihnen wurde ihnen in seiner Auferstehung zur Bekräftigung ihres eigenen Vertrauens auf Jesu Gottesbotschaft. Am nächstliegenden ist es da, die welt- und heilsgeschichtliche Perspektive des Paulus zurückzuführen auf das Erleben der Menschen im Jüngerkreis Jesu. Sie suchen und finden Antworten auf das ‚Warum‘ des Todes Jesu. Es geht um das Erzählen davon, wie mit Jesu Tod und der damit verbundenen Trauer auch das Scheitern seines Wirkens im Raum stand - und wie mit Gottes Tat am Ostermorgen dieses Scheitern zum neuen Aufbruch wurde. Das erfordert ein Erzählen, das nicht auf die Kreuzigungsgeschichte beschränkt ist, sondern den Gesamtzusammenhang des Wirkens Jesu im Blick behält.

 

Ein – eher für die Großen gedachtes - Erzählbeispiel führt von der Heilung des blinden Bartimäus zum Gespräch der Jesus-Freunde am Abend des Karfreitags zur Bedeutung des „Für uns gestorben“.

 

Deutung des Kreuzigungsgeschehens mit der Opfer-Symbolik

Eine umfassende Erlösungsperspektive ist in den Lehrschriften des Neuen Testaments, den Briefen der Apostel an die Gemeinden, in vielerlei Varianten entfaltet worden. So ging es auch in den folgenden Jahrhunderten mit theologischen Gedankengängen und –gebäuden weiter. Dabei wurde vor allem die alttestamentlich-jüdische Praxis des Sühnopfers zur Verstehenshilfe für Jesu Tod am Kreuz. So wie im Jerusalemer Tempelkult symbolisch-anschaulich menschliche Schuld vor Gott mit einem Tieropfer gesühnt wurde, so wurde Jesus Christus als das Opferlamm begriffen, zur Sühne der Verfehlungen aller Menschen, die sich in dieses Sühnopfer-Geschehen einbezogen wissen.

Der mittelalterliche Theologe Anselm von Canterbury verband die Sühnopfer-Deutung mit dem Gerechtigkeitsprinzip: Gott müsste allen Menschen wegen ihrer Verfehlungen die Höllenstrafe auferlegen. Das aber wäre die Zerstörung aller menschlichen Hoffnungen, damit auch die Vernichtung von Gottes guter Schöpfung. Gott kann nur gerecht und zugleich barmherzig sein, indem er die gerechte Strafe stellvertretend für alle Menschen seinem Sohn Jesus Christus auferlegte. Solche theologischen Gedankengänge zeigen, wie sehr sich das konkrete Geschehen damals in Jerusalem im Laufe der folgenden Jahrhunderte zu einem komplexen theologischen Lehrgebäude hin entwickeln konnte.

Religionspädagogisch bedeutet dies: Je mehr das Kreuz mit solchen Deutungen verbunden wird, desto schwieriger werden gut nachvollziehbare Zugänge zu ihm, d.h. zum Verständnis von Jesu Leiden und Sterben. Je mehr das Kreuz mit dem gesamten Wirken Jesu verbunden bleibt, nämlich von der Verkündigung seiner Botschaft in Worten und Taten über sein konsequentes Festhalten an der Wahrheit seiner Gottesbotschaft bis zu deren Bestätigung in der Auferweckung zu neuem Leben, desto besser kann das Kreuz – auch mit dem leidenden Christus – von einem eher lebensfeindlich erscheinenden zum lebensförderlichen Zentralsymbol des christlichen Glaubens werden. In diesem Sinne zielen viele Gestaltungsvorschläge darauf, den weiten Bogen des Wirkens Jesu in das eigene Gestalten von Kreuzen mit einzubringen bzw. sich von geeigneten Vorbildern der christlichen Kunst dazu anregen zu lassen.

 

Ergänzende Informationen: Zur Geschichte des Kreuzsymbols 

 

Religionspädagogische Anregungen


Kinder begegnen den Lebewesen und Dingen in ihrer Welt mit offenen Augen. Dazu gehören auch die eher dunklen Seiten des Lebens wie Krankheit und Tod, Ungerechtigkeit und Leid, Macht und Gewalt. Im Sinne der Förderung der Resilienz-Fähigkeit ist es wichtig, Kindern diese Seiten des Lebens nicht vorzuenthalten. Sie spüren, dass es Themen sind, mit denen die Erwachsenen offensichtlich Schwierigkeiten haben. Das weckt umso mehr ihre Neugier und ihre Fragen.

Begegnungen und Erfahrungen mit Verlusten, Trauer und Tod zählen – mit den Begriffen der Resilienztheorie - zu den ‚Risikofaktoren‘. Nur ein gelingender Umgang mit ihnen stärkt die Resilienz-Fähigkeit. Gerade in den herausfordernden Begegnungen mit den dunklen Seiten des Lebens und der Welt brauchen Kinder den Rückgriff auf ‚Schutzfaktoren‘, mit dem sie sich auch dem Unangenehmen und Herausfordernden stellen können.
Geschichten aller Art, von Märchen bis zu modernen Kindergeschichten entwickeln ihre Spannung aus Herausforderungen, die auf die Hauptperson zukommen. Gute Geschichten zeigen, wie die Hauptpersonen der Erzählung mit solchen Belastungen umgehen und gestärkt aus ihnen hervorgehen. Das gilt auch für die biblische Geschichte von Jesu letzten Tagen in Jerusalem und deren Verdichtung und Zuspitzung im Kreuzsymbol. Dabei gilt es Folgendes zu beachten:

 

  • Die Geschichte sollte aus der Sicht von Personen des Jüngerkreises erzählt werden. In der Identifikation mit ihnen im Verlauf der Erzählung nehmen die Zuhörer Anteil an der Freude, die sie mit Jesus erleben und wie sie durch die Erfahrungen mit Jesus bereichert werden. Sie erleben Wertschätzung und Anerkennung, Vertrauern, das sie spüren und auch weitergeben. Diese Erfahrungen werden in den Ereignissen in Jerusalem auf eine harte Probe gestellt, mit dem Erleben von Trauer, Verlusterfahrung, Zweifel, Hoffnungslosigkeit. Aber im österlichen Ausgang der Geschichte eröffnet sich wunderbares Neues, mit dem auch die Kinder gestärkt die Geschichte verlassen können.
  • Diese eine Geschichte spannt einen Bogen vom Wirken Jesu am See Genezareth bis zum Ostermorgen. Das schließt nicht aus, dass sie in Abschnitten erzählt wird. Aber dabei darf der ‚rote Faden‘, der Spannungsbogen nicht verloren gehen. Das bedeutet auch, dass diese Geschichte nicht durch die Osterfeiertage bzw. Osterferien unterbrochen werden sollte. Sie ist deshalb schon vor den Feiertagen zum österlichen Ziel zu bringen. Nach Ostern kann dann rückblickend auch eine der anderen Ostergeschichten aufgegriffen werden.
  • Die im Erzählen angebotene Identifikation mit den Menschen um Jesus rückt nicht die äußeren Ereignisse in den Vordergrund, sondern die Empfindungen der Jüngerinnen und Jünger. Das bietet den Kindern die Möglichkeit, sich mit eigenen Erfahrungen von Freude und Trauer, von Zweifeln, Unsicherheit und neugewonnenem Vertrauen in der Geschichte wiederzufinden. Es geht nicht um äußerliche Details des grausamen Geschehens, die auf die Kinder je nach deren Empfindsamkeit verstörend wirken könnten, sondern um die Wendungen in den Gefühlen, mit denen sie zurechtkommen müssen.
  • Eine für Kinder hilfreiche Geschichte braucht im Verlauf des Erzählens zum einen die Vorbereitung auf das Bedrängende, Ängstigende und zum anderen an solchen Tiefpunkten auch Perspektiven des guten Ausgangs. Das sind zum einen die Personen, die Jesu Verhalten ablehnen. Allerdings sollten die Pharisäer und Schriftgelehrten in den Dörfern und Städten am See Genezareth nicht als Feinde Jesu deklariert werden. Sie sind aber ein Fingerzeit, dass Jesus in Jerusalem mit gefährlicher Feindschaft der dort Herrschenden zu rechnen hat. Zum anderen kündigt Jesus schon vor dem Einzug in Jerusalem sein Leiden an und verbindet das mit der Zusageauf Gottes Wirken, das die Trauer in neue Freude verwandeln wird. Im Erzählen werden die Kinder so auf das kommende Schwere und schließlich auf das von der Trauer Befreiende vorbereitet.

Die Erzählabschnitte können gemeinsam als Stationen gestaltet werden:

 

  • Jesu Wirken in Galiläa am See Genezareth:

In diesem Abschnitt geht es um einen Zugang zur Person des erwachsenen Jesus, den viele Kinder ja nur von Weihnachten her als das Kind in der Krippe kennen. Es geht um das Kennenlernen seines Auftrags und auch um das Erahnen der Konflikte, die dieser Auftrag mit sich bringt. Eine ausgewählte Geschichte zu Jesu Wirken kann dies leisten

  • In Jerusalem

Jesu Konflikt mit den Mächtigen in Jerusalem kündigt sich an und spitzt sich zu. Dazu bieten sich der Einzug in Jerusalem oder auch der Streit im Tempel von Jerusalem an.
Zu dieser Station gehört auch der Ausblick auf das weitere Geschehen: Die Abendmahlsszene oder auch der ‚Fußwaschung‘ ist ein passender Ort dafür.

  • Am Abend des Karfreitags

Anstelle des äußerlichen Handlungsablaufs von der Gefangennahme Jesu bis zu seinem Tod am Kreuz bietet sich ein rückblickendes Gespräch der Jesusfreunde an. So kann die gedrückte Stimmung der Beteiligten deutlich werden. Simon Petrus erzählt vom Verhör Jesu und dem Verrat seiner Freundschaft mit Jesus; die Frauen berichten, wie sie Jesu Weg ans Kreuz miterlebt haben und was diese Erinnerungsbilder in ihnen bewirken. Die Erinnerung an Jesu Ankündigungen weckt einen zarten Hoffnungsschimmer.

  • Am leeren Grab bzw. auf dem Weg nach Emmaus
  • Die österliche Begegnung mit dem Auferstandenen (Maria aus Magdala) verwandelt die Trauer in neue Freude, die Erfahrungen des Dunkels treten zurück. Neues Leben zieht seine Kreise.

Diese Stationen können auch als eine sich verwandelnde gestaltete Mitte visualisiert werden – mit bunten, dann dunklen und später wieder hellen Tüchern, mit Symbolen der Trauer und der Freude wie schwere Steine und bunte Blüten. Mit entsprechenden Gegenständen können die unterschiedlichen Orte des Geschehens gekennzeichnet werden.

Es liegt auch nahe, mit diesen Geschichten ein Kreuz zu gestalten, das durch die Stationen hindurch immer mehr Gestalt annimmt. So kann sich ein Kreuz der Trauer in das neuer Freude verwandeln.
Wenn die Flächen des Kreuzes in Flächen aufgeteilt werden, können auf diesen Flächen die unterschiedlichen Stationen des Weges Jesu bildhaft dargestellt werden.

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© 2017 Frieder Harz