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Erzählung des Monats Oktober

Jeden Monat wird eine von mir verfasste biblische Nacherzählung  bzw. eine Erzählung zu wichtigen Gestalten bzw. Themen des christlichen Glaubens vorgestellt. Biblische Erzählungen finden Sie auch in der "Suchhilfe Bibelgeschichten"  

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Suchhilfe Bibelgeschichten (Altes und Neues Testament)

70 Geschichten der Bibel für das eigene Erzählen erschlossen

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Theologisch-religionspädagogische Stichworte

 Neu: Beginn einer Serie mit Kurzartikeln zu wichtigen Stichworten für die religionspädagogische Theorie und Praxis in den Kitas   Neu im Mai:  'Gottesbilder' Neu im Juli:   'Gebet'    mit vielen Anregungen und Beispielen zu Gebeten in der Kita

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Mutige Frauen der Reformation

 Ein Vortrag zur Bedeutung der Frauen im Reformationsgeschehen

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    August 2018

Gott – das große Geheimnis

Dass es Gott gibt, lässt sich weder beweisen noch widerlegen. Man kann Gott nicht sehen oder hören, über Gottes Aussehen und Wohnen lassen sich nur Vermutungen anstellen. Die einen lehnen den Glauben an Gott ab, weil es keine sicheren Anhaltspunkte für seine Existenz gibt. Andere sehen gerade darin eine wesentliche Eigenschaft Gottes: Als Geheimnis ist Gott vor jeglicher Vereinnahmung durch Menschen geschützt. Gott entzieht sich menschlichem Zugriff.

Zugleich gründet Gottvertrauten auf Erfahrungen mit Gott, d.h. auf Ereignisse, die im Glauben als Wirken Gottes gedeutet werden. In ihnen öffnen sich Türen zum Geheimnis ‚Gott‘. Aber auch hier bleibt Gottes Wirksamkeit geheimnisvoll, oft kaum in Sprache zu fassen, den Erklärungen im Sinne von Ursachen und Wirkungen entzogen. Glaube bedeutet, dem Geheimnis Gottes auf der Spur zu bleiben, ohne es mit Erklärungen oder gar Beweisen lüften zu wollen.

Kinder haben große Nähe zum Geheimnisvollen, deshalb finden sie in der Regel guten Zugang zur Welt des Glaubens. Sie leben noch ungebrochen in der Welt phantasiereicher Vorstellungen. Zugleich geht es um deren ‚Bodenhaftung‘ in der Welt des alltäglichen realen Geschehens. Beides gut miteinander zu verbinden und in produktiver Spannung zu halten, darum geht es sowohl im Erzählen und Bedenken entsprechender biblischer Geschichten als auch im gemeinsamen Nachdenken darüber, inwiefern Gott für die Menschen Geheimnis ist und auch bleiben soll.

Biblische Geschichten, in denen es in besonderer Weise um Gott als Geheimnis geht

Im Alten Testament, der Hebräischen Bibel, sind es die herausragenden Gestalten des Glaubens mit ihren Gottesbegegnungen, von denen erzählt wird: von Abraham und Jakob zu Mose und den Propheten Israels. Auch Engel als Mittler zwischen göttlicher und irdischer Sphäre treten ins Blickfeld.

1. Mose 11: In der Geschichte vom Turmbau zu Babel planen Menschen ein Bauwerk, das bis in den Himmel, bis hin zu ‚Gottes Wohnung‘ reichen soll. Damit hätten die Menschen unmittelbaren Zugang zu Gott, könnten sein Geheimnis lüften. Aber dieser Versuch muss kläglich scheitern.

1. Mose 28: Eine ‚Gegengeschichte‘ dazu ist die Erzählung von Jakobs Traum. Jakob ist auf der Flucht und muss in unwirtlichem Gelände übernachten. Im Traum öffnet sich ihm der Himmel, eine Leiter reicht von oben bis zu ihm herab, Engel bewegen sich auf der Leiter. Von ganz oben vernimmt Jakob geheimnisvoll Gottes Stimme, die ihm eine sichere und ertragreiche Reise verheißt.

1. Mose 18: Engel sind die Mittler zwischen Himmel und Erde, zwischen dem geheimnisvollen Göttlichen und der sichtbaren Welt des Irdischen. Und so ist auch ihr Wirken von Geheimnissen umgeben. In der Geschichte von Abraham und Sara begegnen die Boten Gottes in menschlicher Gestalt mit geheimnisvoller Herkunft und Botschaft den beiden).

Buch Tobit: In ähnlicher Weise wird Tobias auf seiner Reise mit allerlei Herausforderungen und Gefahren von einem Engel in menschlicher Gestalt begleitet und beschützt. Erst ganz zum Schluss gibt er sich als göttlicher Bote zu erkennen.

2. Mose 3: Das Alte Testament erzählt auch von Menschen, die dazu berufen wurden, Mittler zwischen Gott und den Menschen zu sein. In ihren Begegnungen mit Gott treten sie in die göttliche Sphäre ein. Das kann nur in einem spannungsvollen Hin und Her zwischen dem sichtbaren Realen und Gott als Geheimnis erzählt werden. Am eindrücklichsten ist da wohl die Berufung Moses am brennenden Dornbusch. Vor diesem Busch, der auf geheimnisvolle Weise brennt und doch nicht verbrennt, spürt Mose Gottes Nähe und vernimmt seinen an ihn gerichteten Auftrag.

1. Samuel 3: Der Prophet Samuel wird in seiner geheimnisvollen Gotteserfahrung zum Hörenden. Es dauert, bis er die Gottesstimme von menschlichen unterscheiden kann und weiß sich damit zu seinem Auftrag zur Verkündigung des Gotteswillens berufen. (wird Erzählung zum Nov 18)

1. Samuel 16: Eine von Samuels wichtigsten Aufgaben ist Salbung des jungen David zum König. David weiß nicht, wie ihm geschieht, aber er nimmt die zukunftsweisende Botschaft Gottes an ihn mit allen Sinnen auf (vgl. Mit kostbarem Öl gesalbt.

1. Könige 19: Eine dritte der großen Mittlergestalten zwischen Gott und den Menschen ist Elia. Auf dem Gottesberg Horeb zeigt sich ihm Gott auf geheimnisvolle und überraschende Weise. Gott erscheint ihm nicht in erwarteten gewaltigen Naturphänomenen, sondern in einem sanften Wind und gibt ihm so viel zu denken.

Im Neuen Testament konzentriert sich das göttliche Geheimnis auf Jesus von Nazareth, der in seinem menschlichen Wirken so viel von Gott sichtbar gemacht hat, ohne dessen Geheimnis zu lüften. Er selbst bleibt in seiner Gottverbundenheit das große Geheimnis.

Matthäus 1-2 / Lukas 1-2: Das Lukasevangelium beginnt mit den Geburtsgeschichten Jesu.
• Die Botschaft des Engels an Maria, auch
• der offene Himmel auf den Feldern von Bethlehem und die Engelsbotschaft an die Hirten bringen das Geheimnisvolle der Geburt Jesu zum Ausdruck.
• Im Matthäusevangelium ist es der geheimnisvolle Stern, der den ebenso geheimnisvollen Magiern aus fernem Land den Weg zur Krippe weist und über dem Stall leuchtet (vgl. Sie öffneten ihre Schatzkästen und brachten ihm Geschenke dar.
• Engelsbotschaften ergehen an Josef im Traum .

Markus 1: Der erwachsene Jesus tritt erstmals mit seiner Taufe ins Blickfeld, bei der er mit einer geheimnisvollen göttlichen Stimme und einer im Symbol der Taube angedeuteten Lichtvision in seine Aufgaben als Sohn Gottes eingeführt wird.

Markus 2ff./ Matthäus 8/ Lukas 13: Geheimnisvoll ist Jesu wundertätiges Wirken. Seine Verkündigung zum anbrechenden Reich Gottes verdeutlicht er in heilender Zuwendung zu Menschen am Rande der Gesellschaft, in der er mit göttlicher Kraft auf wundersame, geheimnisvolle Weise Menschen verändert und zu neuem Leben führt. Gerade bei den sog. Wundergeschichten kommt es beim Erzählen darauf an, sowohl den Eindruck einer märchenhaften Phantasiegeschichte zu vermeiden als auch umgekehrt das Geheimnisvolle dieses unerklärbaren Geschenks neuen Lebens in plausiblen Erklärungen aufzulösen.
Vgl. dazu die folgenden Erzählbeispiele:
• Wieder auf eigenen Beinen stehen (Markus 2),
• Was Hände bedeuten (Markus 3)
• Die Geschichte vom wunderbaren Teilen (Markus 6),
• Menachem findet seine Stimme (Markus 7),
• Jesus, hörst du mich? (Markus 10),
• Angst schwindet (Matthäus 8),
• Von drückender Last befreit (Lukas 13),

Markus 16/ Lukas 24/ Johannes 20: Höhepunkt des Geheimnisvollen in Jesu Leben und Wirken, seinem Verbundensein mit Gott und seiner menschlichen Nähe sind die biblischen Ostergeschichten.
• Geheimnisvoll erschreckend und dann beflügelnd ist die Engelsbotschaft an die Frauen im leeren Grab
• Beim Evangelisten Lukas ist es der seltsame, zunächst unerkannte Begleiter, den die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus erst nach dessen Verschwinden nachträglich als den auferstandenen Jesus Christus erkennen.
• Die Spannung im geheimnisvollen Erscheinen des Auferstandenen inmitten der realen Welt der Jüngerinnen und Jünger Jesu spitzt sich im Johannesevangelium zu, in dem der ‚ungläubige Thomas‘ ganz realistisch seine Finger in Jesu Wundmale legen darf, dann aber auf den Glauben an das Unsichtbare und Unerklärbare verwiesen wird
Matthäus 28: Mit der sog. Himmelfahrtsgeschichte verschiebt sich das Geheimnisvolle im Leben und Wirken Jesu zu dessen unsichtbarer Wirksamkeit in denen, die sich weiter mit ihm verbunden fühlen, seine Kraft in sich spüren.

Apostelgeschichte 2: Anschaulich erzählt wird diese wirksame Kraft in der Pfingstgeschichte. Da kommt es darauf an, das Unerklärbare im Geheimnisvollen zu belassen. Der mit Worten kaum zu beschreibende Heilige Geist, die in ihm wirkende göttliche Kraft soll nicht in der beschreibbaren Realität des erzählten Fests in Jerusalem ihr Besonderes verlieren.

 

Theologisches Gespräch mit den Kindern

Gespräche im Anschluss an das Erzählen solch einer Geheimnisgeschichte können zu der bündelnden und zuspitzenden theologischen Frage führen: „Ist Gott ein Geheimnis?“

In ergänzenden Fragen kann so das bereits in den Erzählungen angesprochene Geheimnisvolle unmittelbar auf die Vorstellungen von Gott und dessen Geheimnis bezogen werden:

• Was spricht dafür, dass Gott ein Geheimnis ist? Was spricht dagegen?
• Was wäre anders, wenn Gott kein Geheimnis wäre?
• Was ist für dich an Gott mehr oder weniger geheimnisvoll?
• Kann Gott für Menschen unterschiedlich geheimnisvoll sein?
• Könnte man besser oder schlechter an Gott glauben, wenn Gott kein Geheimnis wäre?
• Könnte man besser oder schlechter über Gott nachdenken, wenn Gott kein Geheimnis wäre?
• Gibt es Sachen, die mit Gott zu tun haben und deshalb auch geheimnisvoll sind?

 

Abschluss

Ein Geheimzeichen der frühen Christen war der Fisch, mit dem sie sich in Zeiten der Christenverfolgung von anderen unbemerkt zu erkennen geben konnten. Dias Wort Fisch lautet in griechischer Sprache ICHTHYS. Diese Buchstaben sind die Anfangsbuchstaben eines Bekenntnisses zu Jesus Christus: Jesus Christus, Sohn Gottes, Retter (vgl. Geheimzeichen Fisch).
Die Kinder gestalten dann auf unterschiedliche Weise ihre Fischsymbole, die dann zu einem bunten Fischschwarm zusammengefügt werden können.

 

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© 2018 Frieder Harz